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GDL-Chef Claus Weselsky. Seine Gewerkschaft vertritt rund 36.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn.
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GDL-Chef Claus Weselsky. Seine Gewerkschaft vertritt rund 36.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn.

GDL

Bahnstreik: Wer sind die drei Weichensteller?

  • VonWolfgang Mulke
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Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn treffen Claus Weselsky, Klaus-Dieter Hommel und Martin Seiler aufeinander. Die drei Männer haben einige Gemeinsamkeiten.

Zwischen Claus Weselsky, Klaus-Dieter Hommel und Martin Seiler gäbe es viel zu besprechen: Sie sind die Weichensteller, wenn es um die Arbeitsbedingungen bei der Deutschen Bahn geht. Doch derzeit herrscht Funkstille - wegen des Streiks, aber auch wegen anderer Konflikte, die die drei ausfechten.

Weselsky kommt aus Dresden, ist 62 Jahre alt und Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Das hört man ihm auch an. Hommel, zwei Jahre älter und Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), ist im Ruhrgebiet geboren, in Sachsen aufgewachsen und lebt jetzt im beschaulichen Ostfriesland. Ihr Konterpart auf der Arbeitgeberseite ist Martin Seiler, mit 57 Jahren der jüngste im Trio und Personalvorstand der Deutschen Bahn.

Bahnstreik: GDL-Chef Claus Weselsky und seine Gegner

GDL-Chef Weselsky schlägt gegenüber den anderen beiden oft harsche Töne an. Die EVG nennt er abschätzig „Einkommens-Verhinderungs-Gewerkschaft“, Seiler einen „Lügenbaron“. Seine Gegenspieler nehmen die wüsten Beschimpfungen aber nicht sonderlich persönlich. Denn am Verhandlungstisch sitze stets ein sachlich orientierter Verhandlungsführer, heißt es. Das bedeutet nicht, dass der gelernte Schlosser, der die GDL seit 2008 führt, auch nur einen Millimeter seiner Position freiwillig preisgibt.

Klaus-Dieter Hommel hat zum GDL-Streik lange geschwiegen. Das konnte sich der stets auf den Ausgleich von Interessen blickende Familienmensch auch leisten, obwohl die GDL seiner Gewerkschaft die Existenzberechtigung nehmen will. Seine Gelassenheit hat zwei gute Gründe: die Größenverhältnisse und die Gesetzeslage. Rund 190 000 Mitglieder hat die EVG, bei der GDL sollen es 36 000 Mitglieder sein. Laut Tarifeinheitsgesetz gilt in jedem Betrieb nur der Abschluss der größten Gewerkschaft. Von den gut 70 Betrieben, in denen beide Gewerkschaften aktiv sind, schreibt die Bahn nur 16 eine GDL-Mehrheit zu. „Die GDL kämpft um ihre Existenz“, sagt Hommel.

Streik bei der Deutschen Bahn: Martin Seiler trifft auf GDL

Die Arbeitgeberseite vertritt Martin Seiler. Dabei kommt der Baden-Badener fast aus der gleichen Ecke wie seine Tarifpartner. Seiler lernte bei der Deutschen Post, wurde dort Betriebsrat und rückte später in den Vorstand auf. 2018 wechselte er von seinem Posten als Personalvorstand der Telekom zur Bahn. Weselsky und Hommel sind dagegen Eisenbahner von Beginn ihrer Karriere an. Doch trotz ähnlicher Wurzeln ist von einer gleichen Wellenlänge derzeit wenig zu spüren. Seiler will trotzdem noch eine einvernehmliche Lösung erreichen, ohne ein endgültig zerschnittenes Tischtuch. „Es gibt noch eine Zusammenarbeit nach dem Konflikt“, ist er überzeugt.

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