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S21-Gegner innnerhalb der Bannmeile vor dem Stuttgarter Landtag.
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S21-Gegner innnerhalb der Bannmeile vor dem Stuttgarter Landtag.

Ende des Baustopps

Bahn will nächste Woche an S 21 weiterarbeiten

Nach Angaben der Bahn würde eine weitere Bauverzögerung die Kosten um 410 Millionen Euro erhöhen. Baden-Württembergs Ministerpräsident glaubt aber nicht, dass der Konzern wirklich am Montag weiterbauen wird.

Nach Angaben der Bahn würde eine weitere Bauverzögerung die Kosten um 410 Millionen Euro erhöhen. Baden-Württembergs Ministerpräsident glaubt aber nicht, dass der Konzern wirklich am Montag weiterbauen wird.

Die Deutsche Bahn will die Arbeiten am Milliardenprojekt Stuttgart 21 nach einem monatelangen Baustopp möglichst in der kommenden Woche wieder aufnehmen. Zuvor solle es noch ein Telefongespräch zwischen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) geben, sagte das Bahnvorstandsmitglied Volker Kefer am Montag nach einer Sitzung des Lenkungsausschusses in Stuttgart. Auch Bahnchef Rüdiger Grube kündigte an, den Bau fortzusetzen.

Der Sprecher von Ramsauer sagte hingegen, dem Minister liege kein entsprechendes Gesprächsangebot des Landes vor. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) pochte auf eine Verlängerung des Vergabe- und Baustopps. „Die Züge laufen auseinander. Es passt nicht zusammen“, sagte er. Die Bahn hatte von sich aus die Arbeiten nach der Wahl der ersten grün-roten Landesregierung in Baden-Württemberg Ende März ausgesetzt.

Kefer sagte, eine weitere Bauverzögerung erhöhe die Kosten um 410 Millionen Euro. Bisher hatte die Bahn von monatlichen Mehrkosten von 10 bis 15 Millionen Euro gesprochen. Die Eröffnung des neuen Durchgangsbahnhofs mit seinen Zubringertunnels werde sich dann um bis zu drei Jahre auf Ende 2022 verzögern. „Wir wollen schadenfrei bezüglich Verzögerung und Kosten gestellt werden“, sagte Kefer. Deshalb solle die neue Landesregierung direkt mit dem Bahn-Eigentümer, dem Bund, verhandeln. Viele Aufträge müssten ausgesetzt und neu ausgeschrieben werden, sagte Kefer. Im Oktober will die grün-rote Koalition die Bürger in einem Volksentscheid befragen.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält eine Wiederaufnahme der Bauarbeiten am Montag für unwahrscheinlich. „Ich nehme nicht an, dass jetzt Knall auf Fall irgendjemand vorprescht“, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. Auch Bahnchef Rüdiger Grube könne kein Interesse daran haben, dass es sofort wieder massive Proteste gegen das Milliardenprojekt gebe. Kretschmann kündigte an, er werde bei einem Treffen mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Freitag in Berlin auf einen Baustopp bei Stuttgart 21 zumindest bis zum Stresstest für den Tiefbahnhof dringen. Er werde Ramsauer daran erinnern, dass sich alle Seiten auf die Schlichtung zu Stuttgart 21 eingelassen haben, zu der diese Untersuchung gehört. „Es macht keinen Sinn, bevor die Ergebnisse des Stresstests klar sind und die Konsequenzen, weiterzubauen.“

Minister Hermann sagte, auf Grundlage eines gemeinsamen Fahrplans werde der Belastungstest des neuen Bahnhofs voraussichtlich Mitte Juli vorgestellt. Dafür würden die Ergebnisse in einer vierstündigen Veranstaltung vorgetragen. Dieser Test solle zeigen, ob der achtgleisige Bahnhof in der Spitzenstunde mit 49 Zügen 30 Prozent mehr als der alte 16-gleisige Kopfbahnhof abwickeln könne.

Bahnchef Rüdiger Grube äußerte sich unterdessen zuversichtlich, dass der neue Bahnhof den Belastungstest überstehen wird. „Die bis jetzt vorliegenden Ergebnisse des Stresstests deuten alle darauf hin, dass wir bei einem guten Fahrplan keine Probleme haben werden, in Spitzenzeiten 49 Züge abfertigen zu können“, sagte Grube der Süddeutschen Zeitung.

Die Bahn hat zudem einen Bericht über angebliche Kostensteigerungen beim Bahnprojekt „Stuttgart 21“ zurückgewiesen. Das Nachrichtenmagazin Stern hatte am Montag in seiner Onlineausgabe mit Blick auf eine Bestandsaufnahme der Bahn über mögliche Kostensteigerungen berichtet. Die Bahn teilte mit, dass die Spekulationen haltlos seien.

Bereits im April hatte das Magazin eine Bestandsaufnahme der Bahn veröffentlicht, die 121 Risiken aufzählt und Mehrkosten von mehr als 1,264 Milliarden Euro für möglich erachtet. Der Stern berichtete nun von einer Gesprächsnotiz, derzufolge es eine Anweisung gegeben haben soll, in der Bestandsaufnahme nicht alle Risiken konkret zu bewerten. So wurden 73 Posten nicht beziffert, um „derzeit keine vom Gesamwertumfang abweichende Vorschau“ aufzuzeigen.

„Stuttgart 21“-Sprecher Wolfgang Dietrich wies die Darstellung zurück. Die gegenwärtige Entwicklung im Projektverlauf habe keine Auswirkungen auf den bisher bekannten Kostenrahmen, sagte er am Montag. In den vergangenen Wochen seien bereits erhebliche Einsparpotenziale eingebracht worden. (rtr/dapd/dpa)

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