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Die Bahn will ihren Online-Service verbessern.
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Die Bahn will ihren Online-Service verbessern.

Deutsche Bahn

Bahn startet Online-Offensive

  • VonPeter Kirnich
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Mit einer Online-Offensive will die Bahn ihr angekratztes Image aufpolieren. Neue Webseiten und neue Smartphone-Apps sollen das Reisen vereinfachen.

Auf dem Netz hat die Deutsche Bahn (DB) bekanntermaßen so ihre Probleme. Im Netz soll es deutlich besser werden: In diesen Tagen startet der Bahnkonzern ein wahres Online-Feuerwerk mit neuen Smartphones-Apps, einem erweiterten Internet-Auftritt und zwei neuen Web-Seiten. „Wir wollen den Reisenden das Bahnfahren weiter erleichtern und sie auf ihrer Reise so gut wie möglich begleiten“, sagte der Vorstandschef für den Personenverkehr, Ulrich Homburg. Mit Hilfe der neuen Technik wolle sich die Bahn „zu einem Mobilitätsmanager entwickeln, der den Kunden eine optimale Reisekette von Tür zu Tür anbietet“.

Eine App für alles: Mit einem Update des DB Navigators für das iPhone führt die Bahn die bisher separaten Apps DB Navigator und DB Tickets zusammen. „Ab Dienstag steht das Update im App Store zum kostenlosen Herunterladen bereit“, kündigte Vertriebschefin Birgit Bohle an. Die Version für das Betriebssystem Android, mit dem unter anderem Samsung-Handys arbeiten, folge im Herbst.

Dies bedeutet insbesondere auch für Schnäppchen-Jäger Erleichterung. Denn im neuen Navigator ist auch erstmals der von der Online-Plattform bahn.de bekannte Sparpreis-Finder integriert. „Mit ihm können Sparpreise auf der App dann deutlich einfacher als bisher herausgefunden werden“, so Bohle. Hat der Zug Verspätung, wird das wie bisher angezeigt. Wer will, kann auch einen Verspätungsalarm einrichten. Per Push-Nachricht oder via E-Mail werden Reisende dann über Fahrplanabweichungen informiert.

Schließlich können ab Oktober auch Handy-Tickets für Auslandsfahrten über die App erworben werden. Die liegt laut Statistikplattform Statista derzeit immerhin auf Platz sieben (iPhone) der am meisten genutzten Apps in Deutschland, und ist damit die am besten platzierte heimische App. Das Rating-Unternehmen mediaTest digital hat die neueste Version des DB Navigators bereits mit dem Gütesiegel „Trusted App“ ausgezeichnet. Das Siegel zeigt Nutzern, welche Apps sie bedenkenlos für Bestellungen und Bezahlvorgänge nutzen können. Bis Ende 2014 sollen übrigens auch alle Online-Angebote im ICE genutzt werden können. Bis dahin sollen alle Strecken und Züge internetfähig sein.

Bahnverkehr eingeschränkt

Die Online-Offensive kommt zum rechten Zeitpunkt für die Bahn. Derzeit nämlich ist ihr Image wieder einmal kräftig angeschlagen, weil die Stellwerksprobleme in Mainz und zuvor die Jahrhundertflut in Deutschland für viel Bahnchaos gesorgt hatten. In Mainz soll Anfang September wieder Normalbetrieb an allen Tagen einkehren, nicht so auf der Bahnlinie zwischen Berlin und Hannover. Durch Überflutung muss ein Teil der Strecke noch immer umfahren werden. Das beeinflusst 25 Prozent des gesamten Bahnverkehrs in Deutschland. Durch die damit nötig gewordenen Umleitungen sind Verspätungen und frustrierte Reisende weiter programmiert. An dem Zustand werde sich so schnell nichts ändern, sagte Homburg: „Wir werden erst dann wieder Züge auf dem Abschnitt fahren lassen, wenn wir absolut sicher sind, dass es im Gleisbett keine Ausspülungen gegeben hat und die Sicherheit zu 100 Prozent gewährleistet ist“, sagte Homburg. Das könnte schlimmstenfalls bis zum Jahresende dauern.

Doch immerhin gibt es ja die andere Netz-Offensive – im Internet. Denn die App-Fusion ist längst nicht alles, was die Bahn demnächst zu bieten hat. Ab Oktober soll es die neue Web-Seite Zugradar geben. Auf der können alle Personenzüge der DB auf einer Karte verfolgt werden. Wer will, kann durch anklicken quasi in Echtzeit auch einen bestimmten Zug verfolgen. Analog zu Flight Radar, das über Position, Reiseroute und Flugzeugtyp informiert, ist dieses Angebot aber wohl eher etwas für eingefleischte Eisenbahnfans, die ein wenig Bahnchef spielen wollen. Auch Zugradar soll es demnächst zudem als App geben.

Mit waymate hatte ein Berliner Start-up Ende 2012 eine App kreiert, die unter Reisenden binnen kürzester viele Freunde fand. Nun ist auch die Deutsche Bahn auf die Idee gekommen, nicht nur Bahnreisen anzubieten und zu verkaufen, sondern die gesamte Reisekette. Wer also von Zinnowitz auf Usedom bis nach Titisee bei Freiburg reisen möchte, bekommt die günstigste, komplette Reiseroute inklusive Alternativen angeboten, egal, ob mit Zug, Flugzeug, Auto oder Fernbus – oder auch kombiniert. Preisvergleich und Fahrzeitvergleich sind inklusive. Ab Oktober soll die Mobilitätsplattform unter dem Kunstnamen Qixxit sowohl im Netz als auch als App genutzt werden können. Und da die Bahn-IT-Experten einmal dabei waren, haben sie auch noch die Startseite bahn.de überarbeitet und mit einer neuen Optik versehen.

Vertrieb drängt ins Internet

Das Bahnmanagement hofft, dass sich all die Mühe lohnt. Umfragen und Pilotversuche in einigen Regionen hätten ergeben, dass viele Kunden an den neuen Internetangeboten interessiert seien. Auch die Entwicklung der Vertriebswege im Bahnticketverkauf zeigen klar, wo die Reise hingeht: Im Jahr 2000 wurden noch 58 Prozent aller Ticketeinnahmen in DB-Reisezentren erlöst, dann kam die große Zeit der Automaten. In diesem Jahr ist erstmals das Internet mit 29 Prozent der Einnahmen größter DB-Vertriebskanal – knapp vor den Automaten und den Reisezentren.

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