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Die Preise für Fernfahrten steigen an.
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Die Preise für Fernfahrten steigen an.

Züge

Bahn erhöht Preise im Fernverkehr

  • Tim Szent-Ivanyi
    VonTim Szent-Ivanyi
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Die Deutsche Bahn erhöht nach langer Zurückhaltung die Preise im Fernverkehr und testet ein Preissystem, das dem von Fluglinien ähnelt.

Die Zeit der großen Preiserhöhungen sei vorbei, hatte Bahn-Chef Rüdiger Grube noch im Sommer bekräftigt, und dabei auf die starke Konkurrenz durch Fernbusse und Billigflieger verwiesen. Nachdem auf dem Fernbusmarkt nur noch ein Monopolist übrig geblieben ist, traut sich der Staatskonzern nun doch, an der Preisschraube zu drehen: Nach längerer Zurückhaltung werden die Bahntickets zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember im Schnitt um 1,3 Prozent teurer. Das ist doppelt so viel wie die aktuelle Preissteigerungsrate.

„Zu einer stabilen Wirtschaftlichkeit gehört auch, dass wir die Preise anpassen“, begründete Fernverkehrschefin Birgit Bohle den Schritt der Bahn. Über dem Durchschnitt liegen die Preiserhöhungen für flexible Fahrkarten ohne Zugbindung im Fernverkehr. Die „Flexpreis“-Tickets werden um 1,9 Prozent teurer.

Auch Stammkunden müssen deutlich mehr zahlen. Streckenzeitkarten werden fast vier Prozent teurer werden als bisher, die Bahncard 100 verteuert sich um 2,4 Prozent in der zweiten und knapp drei Prozent in der ersten Klasse (4190 beziehungsweise 7090 Euro). Damit wird der Tarif erstmals seit zwei Jahren wieder spürbar angehoben, für die zweite Klasse liegt die letzte große Erhöhung drei Jahre zurück. Die Preise der Bahncard 25 und 50 werden nicht angetastet.

Die Bahn hatte sich lange in Zurückhaltung geübt, weil das Unternehmen insbesondere durch die Fernbusse unter Druck geraten war. In dem Anfang 2013 liberalisierten Markt herrschte einige Zeit ein ruinöser Preiswettbewerb. Inzwischen ist mit Flixbus nur noch ein marktbeherrschendes Unternehmen übriggeblieben. Deshalb werden nun auch höhere Buspreise erwartet, was der Bahn etwas Luft verschafft.

Neues Preissystem getestet

Das Staatsunternehmen versprach zugleich mehr Pünktlichkeit und Komfort für die Bahnfahrer. Bis Ende des Jahres werde die ICE-Flotte komplett mit WLAN ausgestattet sein, sicherte Bohle zu. Damit können Bahn-Kunden besser vom Zug aus im Internet surfen. In der zweiten Klasse soll das kostenlose Datenvolumen nach ihren Angaben aber begrenzt sein. Das konkrete Limit werde noch in Tests ermittelt, sagte die Fernverkehrschefin. Sie kündigte darüber hinaus eine Fortsetzung von Sonderpreisaktionen an. Mit Tickets zum Preis von 19 Euro war es der Deutschen Bahn in den vergangenen Monaten gelungen, die Fahrgastzahlen zu steigern.

Um noch mehr Kunden zu gewinnen und die  Züge gleichmäßiger auszulasten, testet die Bahn ab Januar 2017 zudem bundesweit ein neues Preissystem, das bei Fluglinien längst üblich ist: Zu verkehrsstarken Zeiten sollen die Preise der Tickets ohne Zugbindung steigen, in nachfrageärmeren Tagen dagegen gegenüber dem Normalpreis sinken. Details zu Zeiten und Preisen wurden aber nicht genannt.

Schon seit August wird das System auf den Strecken Frankfurt-Köln und München-Nürnberg getestet. Hier schwanken die Preise je nach Verkehrstag um fünf Prozent in die eine oder andere Richtung. So kostete die Fahrt von Frankfurt nach Köln am Freitag in der zweiten Klasse 74,60 Euro, während normalerweise 71 Euro fällig sind. Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn begrüßte eine derartige Preisgestaltung. Es diene dem Komfort der Reisenden, wenn es keine überfüllten Züge mehr gebe, sagte er der Frankfurter Rundschau.

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