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Bahn baut Angebot aus

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Von: Wolfgang Mulke

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37 neue Züge will die Bahn 2023 an den Start bringen.
37 neue Züge will die Bahn 2023 an den Start bringen. © PantherMedia / Markus Mainka

Im kommenden Jahr soll es mehr Fahrten und Züge geben – aber auch neue Baustellen und höhere Preise.

Die Aufklärung der Sabotage an Bahnlagen vom vergangenen Samstag hat der Staatsschutz übernommen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen sei von einer politisch motivierten Tat auszugehen. Konkrete Spuren zu einer Tätergruppe hat die Polizei anscheinend noch nicht. Zumindest äußert sich sie nicht dazu. Auch die Bahn selbst hüllt sich in Schweigen. Der für den Personenverkehr zuständige Vorstand, Michael Peterson, zeigt sich aber mit der schnelle Reaktion auf den Ausfall der Kommunikationssysteme zufrieden. „Das Notfallkonzept hat optimal gegriffen“, sagt der Vorstand. Nach nur drei Stunden sei der Verkehr wieder aufgenommen worden.

Die Bahn baut ihr Angebot im kommenden Jahr aus. Möglich macht das unter anderem die Schnellfahrstrecke zwischen Wendlingen und Ulm, die im Dezember fertig wird. Der neue Abschnitt verkürzt die Fahrzeit zwischen Stuttgart und München um eine Viertelstunde. Außerdem fahren täglich 90 Züge, 20 mehr als bisher.

Auch Fahrgäste aus Nordrhein-Westfalen profitieren von der Trasse. Die bestehende Linie von Dortmund über Köln und Mannheim wird künftig über Ulm und Augsburg nach München weitergeführt. Mit einer Fahrzeit von vier Stunden und 15 Minuten macht das Angebot dem innerdeutschen Luftverkehr noch mehr Konkurrenz.

„Auf dem Weg zum Deutschlandtakt“

„Mit dem neuen Fahrplan gehen wir den nächsten Schritt auf dem Weg zum Deutschlandtakt“, sagt der für den Personenverkehr zuständige Bahnvorstand Michael Peterson. Zwischen Köln und München wird es im Halbstundentakt Fahrten geben, wie bisher nur zwischen Hamburg und Berlin. Auch werden die Verbindungen zum Frankfurter Flughafen ausgebaut. So verlängert die Bahn die Linie von Basel nach Dortmund weiter bis nach Hamburg. „Damit gelangen auch Reisende aus Münster, Osnabrück und Bremen noch häufiger umsteigefrei zum Frankfurter Flughafen“, erklärt das Unternehmen. Ausgebaut wird auch der Zubringerdienst aus Bayern für den Airport. Die Zahl der Sitzplätze soll hier um 60 Prozent erhöht werden.

Die Erweiterung der Kapazitäten ermöglichen auch neue ICE-Züge, die nun eingesetzt werden können. Vom Fahrplanwechsel am 11. Dezember an rollt erstmals der ICE3 neo auf den Gleisen zwischen Dortmund, Köln und München. „2023 bekommen wir mit 37 Zügen so viele neue ICE wie noch nie zuvor“, verspricht Peterson. Allein dadurch steige die Kapazität im Fernverkehr um 19 000 Plätze. Auf der stark frequentierten Strecke zwischen Hamburg und Basel kommen dann neue XXL-ICE zum Einsatz. Sie haben 13 Wagen, sind 374 Meter lang und bieten 918 Sitzplätze.

Weniger Ärger über Verspätungen oder Zugausfälle werden die Kund:innen aber wohl nicht haben. 2023 laufen die Sanierungsarbeiten im Netz weiter. „Aufgrund der Baustellen wird die Bahn das Angebot auf einigen Verbindungen anpassen müssen“, teilt das Unternehmen mit. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember steigen auch die Fahrpreise. Im Durchschnitt kosten die Tickets dann 4,9 Prozent mehr als bisher. Auch die Preise für reguläre Bahncards werden angehoben. Im Regionalverkehr auf der Schiene werden die Fahrscheine im Schnitt um vier Prozent teurer.

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