Verkehr

Bahn baut Angebot aus

Die Fahrgastzahlen nehmen mit Corona-Lockerungen wieder zu. Auch der Fernverkehr in Nachbarländer wird hochgefahren.

Mit der Öffnung von Hotels und Gaststätten in ganz Deutschland werden die Verbraucher in der Corona-Krise wieder reisemutiger. „Wir merken, dass die Menschen anfangen, etwas sicherer zu werden und wieder längerfristig buchen“, sagte Berthold Huber, der für den Personenverkehr verantwortliche Vorstand der Deutschen Bahn, am Montag in Berlin. Die Fahrgastzahlen nähmen wieder zu. „Wir liegen im Moment bei etwa 50 Prozent des Vorjahresniveaus“, sagte er mit Blick auf die Buchungen. Allein am vergangenen Feiertagswochenende seien mehr als 750 000 Menschen mit dem Zug gefahren und damit etwa halb so viele wie im Jahr davor.

Was nach wenig klingt, ist für den bundeseigenen Konzern eine große Erleichterung. Aufgrund der Schutzmaßnahmen gegen das Virus waren die Fahrgastzahlen in den Wochen zuvor um rund 90 Prozent eingebrochen. Gleichzeitig hatte die Bahn ihr Angebot im Fernverkehr aber lediglich um etwa ein Viertel reduziert. Das hatte insbesondere bei Gewerkschaften Kritik ausgelöst, die sich um die Gesundheit der Beschäftigten sorgten.

Mit Blick auf die Stammkunden sei die Aufrechterhaltung eines großen Teils des Angebots aber vor allem unternehmerisch zu rechtfertigen, betonte Huber am Montag. „Wir machen 50 Millionen Euro Umsatz allein durch die Bahncard-Kunden.“ Insgesamt stünden Stammkunden für 40 bis 45 Prozent des Gesamtumsatzes im Personenverkehr. Sie blieben aber nur bei einem weiter bestehenden Angebot dem Unternehmen treu.

Angesichts der steigenden Nachfrage sollen nun auch die Kapazitäten wieder schnell wachsen: Auf besonders gefragten Städteverbindungen wie etwa von Berlin ins Ruhrgebiet sowie von dort weiter in den Süden Deutschlands würden fortan wieder ICE-Doppelzüge fahren. In der Krise war der zweite Zug jeweils weggelassen worden.

Nach Österreich und in die Schweiz werde ab sofort wieder nahezu das vollständige Angebot gefahren. Somit seien im Sommer wieder sämtliche Nachbarländer Deutschlands im Fernverkehr erreichbar. Im Regionalverkehr liege man bundesweit bereits bei rund 95 Prozent des Angebots, sagte Huber.

Um die Fahrgäste möglichst breit auf verschiedene Züge zu verteilen, passt das Unternehmen die Auslastungsanzeige in der Bahn-App an, über die die Reisenden ihre Fahrten buchen können. Fortan sollen dort bereits zu 50 Prozent ausgebuchte Züge als ausgelastet angezeigt werden. Steigen die Buchungen weiter, könne auch der Ticketverkauf ausgesetzt werden, hieß es. Eine Reservierungspflicht soll es weiterhin nicht geben. „Eine solche Pflicht führt nicht per se dazu, dass die Züge weniger ausgelastet sind“, sagte Huber. (dpa)

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