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Mietklamotten für den Nachwuchs gibt es hauptsächlich in den Größen 50 bis 128, also für Kinder zwischen null und acht Jahren.

Kinderkleidung

Babystrampler auf Zeit

Eltern können Ausstattung und Spielzeug für den Nachwuchs bei diversen Anbietern mieten. Das spart viel Geld und schont auch noch die Umwelt.

Kinderkleidung ist nicht viel billiger als Kleidung für Erwachsene. Doch sie kann viel kürzer getragen werden. Die Kleinen wachsen und was gestern zu groß war, ist morgen schon zu klein. Seit einigen Jahren gibt es im Internet Anbieter von Mietkleidung und Mietspielsachen für Kinder. In diesem Jahr stieg der Kaffee-Riese Tchibo mit „Tchibo Share“ ins Geschäft ein und holte damit die Geschäftsidee raus aus der Nische. 

Tchibo nennt als Grund für sein Engagement Nachhaltigkeit. „Je häufiger und länger ein Produkt genutzt wird, desto besser für die Umwelt“, wie das Unternehmen auf seiner Webseite erklärt. Der Umweltgedanke steht am Ursprung der Idee – und der Wunsch, seinem Kind qualitativ gute Kleidung anziehen zu können. „Kuschlige und ökologische Wollsachen“ wünschte sich etwa Astrid Bredereck für ihr Kind, die 2015 „Räubersachen“ in Halle (Saale) gründete und die damit eine der Pionierinnen der Mietkleidung war. Die FR beantwortet die wichtigsten Fragen, die sich in der Praxis stellen.
 
Wie bestelle ich Mietkleidung? 
Es gibt mehrere Anbieter im Internet, wie Tchibo Share, Kilenda (arbeitet mit Tchibo zusammen), Kindoo oder Räubersachen. Bei den Portalen wird ein Kundenkonto angelegt, in dem Informationen zu Adresse und Zahlverfahren hinterlegt werden.
 
Was kostet die Mietkleidung? 
Die Kosten liegen zwischen zwei Euro pro Monat für eine Mütze und 25 Euro für einen Winteroverall. Ein Body aus 70 Prozent feiner Merinowolle und 30 Prozent Seide in der Baby-Größe 50 kostet etwa bei Räubersachen 5,90 Euro, wenn er neu ist, nach mehrfachem Gebrauch 2,90 Euro. Für einen langärmeligen Schlafsack aus Wollfleece von Reiff Strick in Größe 98 berechnet Räubersachen 12,40 Euro neu und 6,20 Euro gebraucht. Eine Thermo-Steppjacke für Jungen in Größe 116 kostet in neuem Zustand bei Tchibo Share 6,60 Euro monatlich. Hinzu kommen bei allen Anbietern Versandkosten, die allerdings ab einem Warenwert zwischen 15 und 20 Euro wegfallen. Der Rückversand ist bei allen Anbietern kostenfrei.
 
Wie wird abgerechnet? 
Die Anbieter arbeiten nach dem gleichen Prinzip: Der Mietpreis wird zunächst für einen Monat berechnet und er richtet sich nach dem Zustand der Kleidung. Der erste Mieter zahlt mehr als spätere Mieter, die gebrauchte Kleidung oder Gegenstände erhalten. Nach Ablauf des ersten Monats können die Sachen jederzeit zurückgesendet werden. Die Miete wird dann Tag-genau berechnet. Der Kunde kann die Sachen so lange behalten, wie er möchte. Entscheidet er sich, die Sachen zu behalten, kann er die Sachen kaufen. Die bereits gezahlte Miete zieht der Anbieter vom Kaufpreis ab. 

Für welche Größen gibt es Mietkleidung? 
Zurzeit gibt es hauptsächlich Mietkleidung in den Größen 50 bis 128, also für Kinder zwischen null und acht Jahren. Bei einzelnen Produkten gibt es auch größere Größen.
 
Was gibt es sonst? 
Die verschiedenen Portale haben individuelle Zusatzangebote. Tchibo Share bietet zum Beispiel auch Umstandsmode an. Ein Umstandspulli in Bio-Baumwoll-Stretch-Qualität ist für 2,60 Euro zu haben. Auch eine begrenzte Anzahl an Spielzeug gehört zum Tchibo Share-Mietsortiment, etwa ein Steckspiel aus FSC-zertifiziertem Holz für 2,50 Euro monatlich. Kindoo bietet ab 14,49 Euro Tragesäcke an. Kilenda hat auch Kinderinstrumente wie eine Rumba-Rassel für 1,40 Euro pro Monat oder es gibt Ausstattungsutensilien wie einen Laufstall für 40 Euro pro Monat.
 
Was, wenn die Sachen nicht passen?
Wenn ein Produkt nicht gefällt oder passt, gibt es bei den Anbietern ein 14-tägiges Rückgaberecht für Artikel, die noch nicht benutzt wurden. Es gilt für gebrauchte und für neue Mietkleidung. Tchibo Share weist darauf hin, dass bei neuen Produkten die Etiketten an den Sachen belassen werden müssen. Die Mietgebühr, die ab dem ersten Tag des Erhalts fällig wird, wird bei Rückgabe erstattet.
 
Was passiert, wenn Mietsachen beschädigt werden? 
„Dieser Fall ist in die Kalkulation mit aufgenommen“, sagt Tchibo-Sprecherin Sandra Coy. Flecken oder Löcher seien kein Problem. „Die Kleidung ist versichert.“ Das gleiche gilt für die anderen Anbieter, die eine „Rundum-Sorglos-Garantie“ anbieten, wie Kindoo es nennt. Räubersachen bittet darum ein Kleidungsstück zu kaufen, wenn es sehr stark beschädigt wurde. Die gezahlte Miete wird dann vom Kaufpreis abgezogen. 
 
In welchem Zustand sind die Kindersachen? 
Alle Anbieter waschen oder reinigen die Mietsachen. Deshalb muss der Kunde dies auch nicht übernehmen. Im Gegenteil: Räubersachen bittet darum, dass Kunden die Ware ungewaschen zurückschicken, damit die Kleidung nicht über Gebühr durchs Waschen strapaziert wird. Tchibo Share erklärt dazu, dass die gemieteten Produkte professionell gereinigt und aufbereitet werden. Erst danach würde die Kleidung an die nächste Familie zum Weitertragen versendet werden. Auch Kindoo bestätigt: „Zurückgeschickte Kleidungsstücke werden zunächst auf Flecken und Beschädigungen geprüft. Entspricht die Kleidung unseren hohen Qualitätsanforderungen, wird diese professionell gereinigt.“ Die Wasch- und Reinigungsmittel wurden laut Kindoo von Kinderärzten, Allergologen und Dermatologen getestet um sicherzustellen, dass diese für Babyhaut geeignet sind. 

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