„Entwicklungen lassen sich nicht mehr aufhalten“ – KI wird hunderttausende Bürojobs ersetzen
Die KI-Revolution steht bevor und wird den Arbeitsmarkt radikal verändern. Besonders Bürojobs im Mittelstand könnten bald von Robotern übernommen werden.
Berlin – Über die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI), Robotern und Automatisierung auf den Arbeitsmarkt wird seit langem geredet, doch bisher waren die tatsächlichen Auswirkungen auf die Wirtschaft eher gering. Nun scheint sich das Blatt zu wenden. Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) prognostiziert eine bevorstehende KI-Revolution. Thomas Rohrbach, Experte für digitale Transformation, betont, dass KI nicht nur auf automatisierte Produktionslinien beschränkt ist. Er sieht vor allem Bürojobs im Mittelstand im Fokus der Roboterisierung.
Deutsche Wirtschaft strauchelt – nun kommt die KI
Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer schwierigen Phase. Es mangelt an Auszubildenden und Fachkräften, die Konjunktur kommt nicht richtig in Schwung und viele Experten bemängeln einen Innovationsstau sowie zu wenig Digitalisierung in deutschen Unternehmen. In dieser Situation wird die Automatisierung laut Rohrbach, der mit seiner Firma Neonex Unternehmen in Transformationsfragen berät, zu tiefgreifenden Veränderungen führen. „Das ist keine Entwicklung, die seit gestern erst bekannt ist. Das Problem ist, dass viele deutsche Unternehmen die Wichtigkeit der Automatisierung zu spät erkannt haben und jetzt ein wenig überrannt werden.“

Die Automatisierung betrifft nicht nur Arbeitsplätze in Fabriken. Technologische Innovationen und sinkende Kosten machen Roboter immer attraktiver. „In Japan gibt es solche Beispiele schon. Dort bauen Roboter sich selbst und in der Fabrik arbeitet quasi kein Mensch drin“, so Rohrbach, der auf das Ausland als technologischen Vorreiter hinweist. Doch die Automatisierung wird sich nicht auf die Fließbänder beschränken. „Automatisierung und Robotik wird nicht nur Jobs in den Fabriken betreffen. Es geht dabei auch um Hunderttausende von Büro-Angestellte aus der Mittelschicht, die beispielsweise Informationen von einem System ins andere übertragen, daraus Reportings erstellen oder etwas berechnen und zwischen Schnittstellen arbeiten.“
Der klassische Mittelstand fällt der Automatisierung zum Opfer
„Das sind klassische Angestellte aus Banken oder Versicherungen. Dort, im klassischen Mittelstand, wird die Automatisierung wie eine Bombe einschlagen“, prognostiziert der Experte für digitale Transformation. „Dort wird es künftig entweder bessere IT-Systeme geben, die die Schnittstellen obsolet machen oder es kommen Softwareroboter zum Einsatz, die dann den klassischen Bürojob erledigen.“ Laut Rohrbach werden diese Systeme immer günstiger, sodass mittelständische Unternehmen bald auf Softwareroboter anstelle von Büroangestellten setzen könnten.
Rohrbach ist mit seiner Einschätzung nicht allein. Der aktuelle Arbeitsmarktbericht der OECD geht davon aus, dass KI vor allem bei weniger qualifizierten und jüngeren Arbeitnehmern zu massiven Automatisierungswellen führen wird. „In Deutschland entspricht der Anteil der Tätigkeiten mit dem höchsten Automatisierungsrisiko 28,7 Prozent der Beschäftigung“, heißt es in dem Bericht.
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Roboter und KI – Fluch oder Segen?
Dass viele Arbeitsplätze der Automatisierung zum Opfer fallen werden, ist also kein fernes Zukunftsszenario mehr. Die sinkenden Kosten für Technologie und das zunehmende Problem des Fachkräftemangels sprechen dafür. Rohrbach sieht das jedoch nicht als Horrorszenario. „Das Thema Automatisierung wird besonders mit Blick auf den Fachkräftemangel wichtig“, sagt er. „Und das ist auch nichts Schlechtes, weil die Arbeitskräfte anderswo gebraucht werden.“
Bis 2030 werden laut Arbeits- und Sozialministerium zusätzlich zum bestehenden Fachkräftemangel etwa sieben Millionen weitere Arbeitskräfte durch die in Rente gehende Babyboomer-Generation wegfallen. Für Unternehmen und den deutschen Wohlstand kann die Automatisierung also eine Chance sein. Da KI und Roboter vor allem weniger anspruchsvolle Aufgaben übernehmen, müssen Unternehmen schon jetzt auf die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter setzen. Laut einer OECD-Umfrage beschäftigen sich damit bereits 71 Prozent der Produktionsunternehmen und 64 Prozent der Finanzunternehmen.
Experte: Automatisierung lässt sich nicht mehr aufhalten
Für Rohrbach ist die Automatisierung mehr Chance als Bedrohung. „Das Ziel ist nicht die menschenleere Fabrik, weil der Mensch für die Wertschöpfung nach wie vor elementar ist.“ Stattdessen müssen die weniger werdenden Angestellten in Deutschland hoch qualifizierte Arbeiten verrichten, für die sie auch entsprechend entlohnt werden.
Rohrbach verweist auf die Bahn und den kürzlich beigelegten Tarifstreit mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), die höhere Gehälter gefordert hatte. „Dann muss man als Unternehmen schauen, dass man an anderer Stelle durch Automatisierung einsparen kann, um den hoch qualifizierten Kräften dann auch ein entsprechendes Gehalt zu bezahlen.“ Für den Experten ist die Automatisierung aufgrund des wirtschaftlichen Drucks unvermeidlich. „Am Ende lassen sich solche Entwicklungen auch nicht aufhalten.“
Der Redakteur hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.