Studie

Autoindustrie fährt in die Krise

Die Verkäufe in der Automobilbranche gehen weltweit stark zurück. Vor allem Donald Trump soll daran Schuld sein.

Die Autoindustrie steht einer Studie zufolge weltweit vor einer tiefgreifenden Krise. Grund seien Absatzrückgänge in nahezu allen wichtigen Märkten, schreibt das CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen in seiner jüngsten Analyse der Verkaufszahlen bis einschließlich Mai. Danach könnte im laufenden Jahr der globale Absatz neuer Autos um gut fünf Prozent auf 79,5 Millionen Stück sinken – ein derart starker Einbruch war nicht einmal nach der Finanzkrise 2008 beobachtet worden.

Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer nannte die vom US-Präsidenten Donald Trump ausgelösten Zollkriege und Sanktionen als wichtigsten Grund für die Krise. Die größten Sorgen bereite der chinesische Markt, auf dem die Verkaufszahlen seit mittlerweile zwölf Monaten unter denen der jeweiligen Vorjahreszeiträume lägen. Dudenhöffer rechnet für das Gesamtjahr 2019 mit einem Rückgang von rund zehn Prozent auf dem weltweit größten Automarkt China. In Westeuropa werde das Minus mit drei Prozent moderater ausfallen.

Im vergangenen Jahr hatte der chinesische Markt mit 23,3 Millionen Fahrzeugen 28 Prozent der weltweiten Produktion aufgenommen. Der Markt war mehr als zehn Jahre lang gewachsen. Die Nachfrageflaute wird für die Hersteller nun zur Herausforderung, zugleich müssen sie auf E-Mobilität umstellen.

Die große Koalition will am 24. Juni bei einem Spitzentreffen im Kanzleramt über die Zukunft der Autoindustrie in Deutschland beraten. An dem Gespräch bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sollen mehrere Bundesminister, die Spitzen von Union und SPD sowie Vertreter von Autobranche und Gewerkschaften teilnehmen, hieß es am Mittwoch.

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