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VDA-Chef Matthias Wissmann

Autochef schlägt Alarm

Die Hilfen der französischen Regierung für die heimischen Autobauer stoßen bei der deutschen Konkurrenz auf Vorbehalte. VDA-Chef Matthias Wissmann warnt Paris vor Protektionismus.

Von MICHAEL BERGIUS

Berlin. Die Hilfen der französischen Regierung für die heimischen Autobauer stoßen bei der deutschen Konkurrenz auf Vorbehalte. Er sehe die aktuellen Pläne aus Paris mit Sorge und erwarte Wachsamkeit seitens der Europäischen Kommission, sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, gestern in Berlin.

Staatschef Nicolas Sarkozy hatte kürzlich den kriselnden Herstellern Renault und PSA Peugeot-Citroën Kredite in Höhe von jeweils drei Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Diese Offerte war mit der Auflage verbunden worden, dass die beiden Firmen während der nächsten fünf Jahre auf Werksschließungen in Frankreich verzichten sollen. Die EU-Kommission prüft dieses Hilfspaket derzeit und hat bereits angedeutet, dass sie es skeptisch beurteilt. Auch wenn Paris die Vorbedingungen mittlerweile abgeschwächt hat, besteht der Verdacht, Frankreich wolle die Empfänger der Kredite ermuntern, Standorte in Tschechien oder der Slowakei dicht zu machen.

Wissmann schlug gestern Alarm. Sollte sich der Verdacht erhärten, dass französische Autohersteller nur dann mit staatlicher Unterstützung rechnen könnten, wenn sie Ersatzteile von heimischen Zulieferern bezögen, wäre dies "ein klarer Fall von Protektionismus, gegen den die EU-Kommission vorgehen müsste". Auch in Rom werde derzeit an "maßgeschneiderten Programmen" zugunsten italienischer Produzenten gebastelt, rügte Wissmann. Hier müsse Brüssel seine "Wächterrolle" wahrnehmen.

Das Berliner Hilfsprogramm, allen voran die Abwrackprämie, hält Wissmann dagegen für europakonform. Der VDA habe "ganz bewusst" darauf verzichtet, die Bundesregierung zu einseitigen Maßnahmen zu drängen. Eine Bevorzugung deutscher Hersteller gegenüber Importeuren finde nicht statt. Ähnlich äußerte sich auch Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Man erwarte, dass die EU-Kommission für fairen und offenen Wettbewerb zwischen den Mitgliedstaaten sorge, betonte er. Was die staatliche Prämie von 2500 Euro für den Autotausch betreffe, habe Berlin "diese Voraussetzungen vollständig erfüllt".

Zur Causa Opel und anderen Einzelfällen wollte sich Wissmann nicht äußern. In der Branche sei jedoch "generell nicht der Ruf nach Staatsbeteiligungen" zu vernehmen, sagte der VDA-Chef.

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