Rund 30.000 Ladesäulen für E-Autos gibt es inzwischen in Deutschland.
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Rund 30.000 Ladesäulen für E-Autos gibt es inzwischen in Deutschland.

Ladesäulen für E-Autos

Ladesäulen-Check: Strom für E-Autos teuer und kompliziert

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Die Zahl der E-Autos in Deutschland steigt. Doch Strom tanken ist immer noch teuer und kompliziert – wie eine Erhebung zeigt.

Die hohen Kaufanreize für E-Autos wirken. Inzwischen sind rund 16 Prozent der Neuwagen in Deutschland reine Batterie-Fahrzeuge oder Plug-in-Hybride, die für begrenzte Strecken auch rein elektrisch gefahren werden können. Unterwegs Strom zu laden, ist aber weiterhin für viele, die ein E-Auto fahren, kompliziert und vor allem teuer. Teilweise kostet es sogar mehr, die Batterie zu „betanken“ als die entsprechende Menge Sprit für einen Verbrenner zu kaufen. Das zeigt ein aktueller „Ladesäulen-Check“, den der Hamburger Ökostrom-Anbieter Lichtblick durchführen ließ.

Die Zahl der öffentlichen Strom-Ladepunkte in Deutschland ist deutlich angestiegen. Es gibt inzwischen 30.000 davon. Zum Vergleich: Klassischen Tankstellen gibt es rund 14.400 – mit allerdings jeweils mehreren Zapfsäulen und viel kürzeren Tankzeiten. Die Tarife bei den Strom-Ladestellen sind laut der Untersuchung allerdings anders als bei Benzin oder Diesel undurchsichtig, es gebe eine Vielzahl an Abrechnungsverfahren, moniert Lichtblick. Der Ökostrom-Anbieter hat zusammen mit dem Datendienstleister Statista Tarife von 14 Anbietern untersucht, darunter auch zwei Roaming-Angebote. Verglichen wurden die Kosten für eine Stromladung für 100 Kilometer in einem BMW i3 an einer Standard-Ladesäule.

Ladesäulen-Check: Strom für E-Autos ist teuer und kompliziert

Wer unterwegs Strom lädt, erfährt laut Studie meist erst später mit der Abrechnung den Preis – und der kann erheblich variieren. Die Ladung zu Hause kostet beim Haushalts-Tarif im Schnitt 4,73 Euro (31,5 Cent pro Kilowattstunde, kWh). An der Ladesäule ist es fast stets teurer. Die untersuchten Anbieter kassieren zwischen 4,80 Euro (32 Cent/kWh, Stadtwerke Dresden) und 7,75 Euro (52 Cent/kWh, Eon). In Berlin zum Beispiel fallen 6,00 Euro (40 Cent/kwh, Allego) an, in Hamburg 6,66 Euro (44 Cent/kWh, Stromnetz Hamburg). Bei zwei Anbietern können E-Auto-Fahrer noch kostenlos laden. Offenbar lohnt sich der Abrechnungsaufwand bisher nicht, vermutet man bei Lichtblick.

Sehr hohe Preise fallen an Schnellladesäulen an – zwischen 48 Cent (EWE, EnBW) und 77 Cent (Ionity) pro kWh. Noch teurer ist das Laden über Drittanbieter, das Roaming. Beispiel: Wird an einer Eon-Ladesäule über den Dienstleister New Motion getankt, kostet das 8,69 Euro statt 7,75 Euro beim Betreiber. Das ist teurer als eine vergleichbare Tankfüllung für einen Benziner, für die rund 7,50 Euro fällig werden.

Auto: Zugang zu Strom-Ladesäulen ein Kritikpunkt

Kritikpunkt ist laut der Studie weiterhin der Zugang zu den Ladesäulen. Wer längere Fahrten plant und sein Auto in verschiedenen Regionen laden will, muss sich mehrere Ladekarten und Apps besorgen und sich beim Anbieter jeweils registrieren. Roaming-Dienstleister bieten zwar eine Karte für zehntausende Ladepunkte an – kassieren dafür aber teils kräftige Aufschläge.

Lichtblick-Sprecher Ralph Kampwirth kommentiert: „Trotz zunehmender Kritik von E-Auto-Fahrern und Politik: Verbraucherfreundlichkeit ist an Deutschlands Ladesäulen weiter Fehlanzeige.“ Gegenüber den Ladesäulen-Checks in den Vorjahren gebe es kaum Fortschritte. Die Zustände an den Stromtankstellen seine eines der größten Hindernisse für die Verkehrswende. Weil Elektroautos noch Schwächen haben, setzten manche Städte und Autobauer auf Wasserstoff.

E-Auto: Ladesäulen-Check zeigt Strom tanken ist teuer und kompliziert

Das Unternehmen fordert eine grundlegende Reform der Ladesäulen-Organisation. Künftig sollten Ladstellen allen Stromversorgern bundesweit zur Verfügung stehen, die dafür ein Nutzungsentgelt an die Betreiber zahlen. Vorteil sei, dass dann unter den Angeboten vieler Versorger gewählt werden könne.

Tatsächlich ist in jüngster Zeit Bewegung in die Debatte gekommen. Nachdem sich mehr und mehr Menschen über hohe Preise bei den öffentlichen Ladestationen beschwert haben, untersucht das Bundeskartellamt den Markt seit Juli. Und die Bundesnetzagentur will es den Versorgern zumindest technisch ermöglichen, ihren Stromtarife überall anzubieten. (Joachim Wille)

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