Stanley Ho
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Stanley Ho

Kasino-Zar Stanley Ho

Ausstieg aus dem Glücksspiel

Die von ihm geprägte Glücksspielmetropole Macau hat ihn reich gemacht. Doch seine 17 Enkel und vier Frauen wollen ihn lieber ärmer sehen. Jetzt gibt Stanley Ho mit 89 Jahren den Kampf gegen seine Erben auf.

Der Kasino-Magnat und Milliardär Stanley Ho gilt als "Vater" von Macau. Früher war das ein verschlafener Küstenort in Asien. Während er selbst megareich wurde, wandelte sich Macau zur Glückspielmetropole. Ho hat im Laufe der Jahre einen geschätztes Vermögen von drei Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) angehäuft. Seit 2002 besitzt Hos Unternehmen ein lukratives Glückspielmonopol in der ehemaligen portugiesischen Kolonie Macau. In den letzten Jahren sind dort Konzessionen an Betreiber wie Wynn Resorts und Las Vegas Sands vergeben worden. Aus der ehemals ruhigen Enklave ist ein Zentrum des Glücksspiels mit Neonlichtern, diversen Kasinos und Playboy-Bunnies geworden.

Jetzt verabschiedet sich der "Vater" von Macau mit 89 Jahren aus dem Glücksspielmarkt. Er habe sich bereitwillig von seinen Anteilen an seiner zehn Milliarden Dollar schweren Glücksspielfirma getrennt, sagte Ho in einem TV-Interview. Er werde keine rechtlichen Schritte einleiten.

Seine Beteiligungen gehen demnach in die Hände von Familienmitgliedern über. Damit zieht der chinesische Unternehmer einen Schlussstrich unter einen seit Wochen schwelenden Familienstreit, der den Aktienkurs des börsennotierten Kasino-Betreibers SJM Holdings deutlich in Mitleidenschaft gezogen hatte. Am Mittwoch fiel das SJM-Papier zwischenzeitlich um knapp neun Prozent. Spekulationen um einen Nachfolgekampf hatten Anleger beunruhigt.

Anwalt geschasst

Noch am Dienstag hatte Hos Anwalt, Gordon Oldham, den Familienmitgliedern seines Mandaten vorgeworfen, Hos Unternehmensanteile zu stehlen. „Er hat mir heute morgen gesagt: Du musst allen sagen, dass das Raub ist“, erklärte der Anwalt öffentlich. Dafür ist er jetzt seinen Job los. Stanley Ho - Vater von 17 Kindern und Ehemann von vier Frauen - nannte die Äußerung im TV-Interview ein Missverständnis und kündigte an, Oldman nicht weiter zu beschäftigen. (rtr/dpa)

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