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Ausstellungsstück auf dem Aktionärstreffen: ein Audi R8.

Autobranche

Audi kooperiert mit Sixt

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Neuer Firmenchef will den Kohlendioxid-Fußabdruck seiner Flotte verringern, Neuwagen online anbieten und das Carsharing ausbauen.

Hauptversammlungen der VW-Tochter Audi waren mit dem inzwischen vor die Tür gesetzten Firmenchef Rupert Stadlerin meist dröge. Beim diesjährigen Aktionärstreffen war der tief gefallene Manager nur insofern präsent, als seine Entlastung vertagt wurde, bis klar ist, welche Rolle er beim Dieselskandal gespielt hat.

Derweil präsentierte der neue Audi-Chef Bram Schot Details seiner Strategie. In deren Zentrum stehen anspruchsvollere Ziele zur Elektrifizierung der Audi-Flotte sowie eine Kooperation in Sachen Mobilitätsdiensten.

„Wir wollen unser Angebot mit einem großen Partner skalieren – mit Sixt“, kündigte Schot für das vierte Quartal 2019 an. Dann könne jeder Kunde per App über Sixt Audi-Modelle nutzen, und zwar zeitlich flexibel von einer Stunde bis zum Ganzjahres-Leasing. „So etwas gibt es derzeit nicht am Markt“, betont Schot.

Gleichzeitig bilden sich damit auf dem deutschen Markt für Mobilitätsdienste im Premiumsegment zwei Gruppen heraus: Auf der einen Seite stehen Daimler und BMW, auf der anderen Seite verbünden sich Audi und Sixt mit ähnlichen Angeboten. Das über den Münchner Autovermieter verfügbare Angebot von zunächst bis zu 10 000 Audi-Fahrzeugen soll europaweit nach und nach ausgerollt werden, sagte Schot.

Zudem drückt die Ingolstädter Audi-Tochter bei der Elektrifizierung ihrer Modellpalette aufs Tempo. Statt einem Drittel sollen bis 2025 nun 40 Prozent aller globalen Verkäufe elektrifizierte Autos sein, kündigte Schot an. In absoluten Zahlen seien das rund eine Million Fahrzeuge. Damit ist klar, dass Audi 2025 insgesamt 2,5 Millionen Autos weltweit verkaufen will. Voriges Jahr waren es rund 1,8 Millionen Fahrzeuge.

Neuwagen wollen die Ingolstädter dabei ab Juni erstmals auch per Internet an den Mann bringen. Als Pilotmodell ausgewählt wurde eine Sonderedition des Audi TT. Gebrauchte online verkaufen will Audi im Gleichschritt mit dem Mutterkonzern VW ab 2020. Neue Zeiten brechen für Audi-Kunden auch bei der Fahrzeugentwicklung an. Als Novum in der Branche führt der Premiumhersteller einen Kundenbeirat ein, um so Feedback von Verbraucherseite zu erhalten.

Mit solchen Neuerungen will Schot einen Kulturwandel schaffen und Vertrauen reparieren, das im Zuge des Dieselskandals unter die Räder gekommen ist. Technologisch will er Audi hinsichtlich Dekarbonisierung an die Spitze der Branche bringen. Demnach soll sich bis 2025 der Kohlendioxid-Fußabdruck der Audi-Flotte gegenüber 2015 um knapp ein Drittel verringern.

Schuldig geblieben ist Audi beim Aktionärstreffen dagegen Konkretisierungen beim parallel verfolgten Sparkurs. Zwar unterstrichen Schot und Finanzchef Alexander Seitz, dass freiwerdenden Stellen nicht mehr in jedem Fall wiederbesetzt werden. Wie viele Jobs auf diese Weise aber insgesamt abgeschmolzen werden, bleibt weiter offen.

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