Konjunkturpessimismus

Auch Siemens muss kämpfen

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Die Konjunktur verfällt, nun bröckeln auch die Margen der Bayern.

Viel darf nicht mehr passieren, um bisherige Geschäftsprognosen zu retten. Das ist auch Siemens-Vorstand Roland Busch klar, der in Vertretung von Chef Joe Kaeser den Zwischenbericht vorlegte. Im dritten Quartal von April bis Juni sind die Bayern deutlich unter Erwartungen von Analysten geblieben. Mit Ausnahme der Bahntechnik erreicht kein Geschäft mehr seine Zielrenditen. Insgesamt ist die operative Marge vor Steuern und Zinsen unter zehn Prozent gerutscht. „Es ist ein ambitioniertes Vorhaben“, räumte Busch hinsichtlich des Plans ein, bis Geschäftsjahresende am 30. September doch noch die angepeilten elf bis zwölf Prozent Rendite zu erreichen. Es werde wohl auf den unteren Rand hinauslaufen.

Börsianer waren indessen überrascht, wie heftig die globale Konjukturabkühlung nun auch Siemens erwischt. Um über vier Prozent auf unter 95 Euro ist die Aktie der Münchner deshalb nach dem Zwischenbericht gefallen. Aber es gibt Hoffnung. Vor allem sind das die Auftragseingänge, die im dritten Quartal auf vergleichbarer Basis um sechs Prozent auf über 24,5 Milliarden Euro zugelegt haben. Der Auftragsbestand liegt damit auf dem neuen Rekordwert von 144 Milliarden Euro, wovon sich zehren lässt.

Bedenklich stimmt dagegen, dass Siemens in seinen digitalen Kernsparten an Ertragskraft verliert. Beim Anfang April neu formierten Bereich Digitale Industrie ging die Rendite binnen Jahresfrist von 19,4 auf 14,3 Prozent zurück. Im Krisengeschäft mit Kraftwerken und Netzen, das nächstes Jahr an die Börse soll und jüngst eine neue Runde Stellenabbau eingeläutet hat, sind die Margen von 5,5 weiter auf 3,6 Prozent verfallen. In den sechs Geschäftsbereichen konnte nur die Bahntechnik ihre Margen steigern, von 9,0 auf 10,4 Prozent.

Für den zugrunde liegenden Verfall der Weltkonjunktur macht Siemens die Geopolitik also zunehmende Zollbarrieren und Handelskonflikte verantwortlich. Konkurrenten wie der Erzrivale General Electric (GE) leiden darunter noch mehr. Busch erklärt, Siemens behaupte sich bislang relativ gut und müsse auch seine Prognosen nicht kassieren, weil rechtzeitig auf Probleme reagiert wurde, er verteidigte damit die Stellenstreichungen der jüngsten Zeit.

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