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Aktivisten demonstrieren unter dem Slogan „Fridays for Future“ immer freitags.

Nach Lindner-Aussage

Profis sind für Klimaschutz

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12 000 Wissenschaftler unterstützen Proteste von jugendlichen Aktivisten. „Wir sind die Profis und sagen: Die junge Generation hat Recht“, sagen sie in Bezug auf eine Äußerung von FDP-Chef Lindner.

Die Klimastreik-Bewegung erhält Unterstützung aus der Wissenschaft: Mehr als 12 000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stellen sich in einer gemeinsamen Stellungnahme hinter die Forderungen der jugendlichen Aktivisten, die unter dem Slogan „Fridays for Future“ immer freitags in zahlreichen Städten weltweit für mehr Klimaschutz demonstrieren. „Die Anliegen der demonstrierenden jungen Menschen sind berechtigt“, lautet die Kernaussage in dem Aufruf der Gruppe „Scientists for Future“.

Die Initiative fordert einen Kohleausstieg bis 2030 sowie parallel eine Reduzierung des Verbrauchs von Erdöl und Erdgas. Das sei technologisch machbar und ökologisch sinnvoll, sagte am Dienstag die Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen, Maja Göpel, die den Aufruf unterstützt.

Als Reaktion auf die Kritik von FDP-Chef Christian Lindner an den Schülerstreiks sagte der Energieexperte Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin: „Wir sind die Profis und wir sagen: Die junge Generation hat recht“. Lindner hatte am Wochenende in einem Interview erklärt, Klimaschutz solle den „Profis“ überlassen werden. Von Kinder und Jugendlichen könne man nicht erwarten, „dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen“.

Unter den Erstunterzeichnern der „Scientists for Future“-Stellungnahme sind renommierte Experten, darunter vier Direktoren von Max-Planck-Instituten (Meteorologie, Chemie sowie Biogeochemie), der Gründer des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans-Joachim Schellnhuber, der Generaldirektor des Forschungsinstituts und des Naturmuseums Senckenberg, Volker Mosbrugger, sowie der Direktor des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik, Clemens Hoffmann.

Bei der Präsentation des Aufrufs in Berlin sagte der Arzt und Moderator Eckart von Hirschhausen: „Ärzte haben die Aufgabe, Leben zu schützen und auf Gesundheitsgefahren hinzuweisen“ – und die Klimakrise sei „die größte Gesundheitsgefahr“.

Unterdessen kündigten die Organisatoren von „Fridays for Future“ für diesen Freitag so umfassende Schulstreiks an wie noch nie zuvor. Bislang sind in 92 Ländern Kundgebungen geplant. Laut dem weltweiten Netzwerk sind Proteste für mehr Klimaschutz in mehr als 1200 Städten geplant. Allein in Deutschland sind mehr als 180 Veranstaltungen angesetzt.

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