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10 Jahre Fukushima

Eine Chronik der Atomkraft

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
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Vom Versprechen endloser Energie zur der Zukunft der Atomenergie in China, Indien und Russland.

Die Atomkraft-Euphorie begann in den 1950er Jahren. US-Präsident Eisenhower gab die Losung „Atoms for Peace“ aus. Ziel: die friedliche Nutzung jener Energieform, die die Hiroshima-Katastrophe auslöste. Protagonist:innen der kontrollierten Kernspaltung sagten ein neues Zeitalter voraus. Atomkraft sollte Autos, Eisenbahnen, Schiffe und Flugzeuge antreiben, Wüsten sollten begrünt und die Pole in Kurorte verwandelt werden. Und die Elektrizität aus Kernkraftwerken würde so billig sein, dass Stromzähler unnötig wären, hieß es.

Die ersten Reaktoren zur Stromproduktion wurden in den 1950er Jahren gebaut, in Russland, Großbritannien, den USA und Frankreich. Die Hochzeit der Atomkraft kam dann in den 1970er und 1980er Jahren, als viele neue Reaktoren gebaut wurden, vor allem in Europa, USA, der damaligen Sowjetunion und Japan.

Der erste Super-GAU in einem Leistungs-AKW, 1986 in Tschernobyl in der Ukraine, beendet den Höhenflug. Zumindest in den westlichen Industrieländern wurde danach lange keine neuen AKW mehr geplant.

Heute tragen die 441 AKW , die in 31 Ländern der Erde betrieben werden, rund zehn Prozent zur weltweiten Stromproduktion bei. Der Höchststand wurde 1997 mit 17,5 Prozent erreicht. Die meisten Reaktoren stehen in den USA (94), Frankreich (56), China (49), Russland (38), Japan (33), Südkorea (24), Indien (23) und Kanada (19). In den kommenden 20 Jahren dürften allerdings deutlich mehr Anlagen vom Netz gehen als neue gebaut werden.

In Europa und den USA sind über 80 Prozent der AKW über 30 Jahre alt und erreichen damit das Ende ihrer ursprünglich auf 40 Jahre ausgelegten Nutzungsdauer. Für die EU, die USA und andere Industrieländer erwartet die Internationale Energieagentur (IEA) einen Rückgang der Atomstromproduktion um zwei Drittel bis 2030 respektive 2040. Der Neubau von AKW lohnt sich hier ohne milliardenschwere Subventionen, wie bei den Atommächten Frankreich und Großbritannien, nicht mehr. Wind- und Solarenergie sind billiger, sogar inklusive Stromspeicher zum Ausgleich der fluktuierenden Einspeisung. Allerdings verlängern manche Länder die Laufzeiten der Altmeiler, wie Frankreich jüngst auf 50 Jahre.

Die Zukunft der Atomkraft wird vor allem von drei Ländern im Osten bestimmt werden. Nur China, Indien und Russland investieren noch in großem Stil in diese Technologie, die drei Länder stehen für die Hälfte der im Bau befindlichen und zwei Drittel der derzeit geplanten Anlagen. Neu in den „Atom-Club“ kommen unter anderem die Türkei und Bangladesh, auch in Polen wird über den Bau eines AKW diskutiert.

Eine Reihe Unternehmen , unter an derem in den USA und China, arbeiten jenseits der klassischen Großanlagen an Konzepten für kleinere, modulare Reaktoren (SMR), die angeblich viel wirtschaftlicher sein und das Super-GAU-Problem lösen sollen. Bisher ist eine Umsetzung noch nicht in Sicht. Allerdings haben die SMR mit Ex-Microsoft-Chef Bill Gates einen bekannten Fürsprecher. Er hat dafür sogar eine eigene Firma, genannt Terra-Power, gegründet. Und in seinem jüngsten Buch „Wie wir die Klimakatastrophe verhindern“ rührt er die Werbetrommel dafür.

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