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In der Armutsfalle

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Von: Thorsten Knuf

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Verbrannt: viel Energie und viel Geld.
Verbrannt: viel Energie und viel Geld. © imago stock&people

Strom, Heizung und Warmwasser sind für immer mehr Bundesbürger kaum noch bezahlbar. Manche Haushalte müssen 10 Prozent ihres Einkommens für Energie aufwenden. Fachleute sprechen von einer "Energie-Armut".

Die steigenden Preise für Strom, Gas und Heizöl stellen immer mehr Bürger vor erhebliche finanzielle Probleme. Allein zwischen den Jahren 2008 bis 2011 ist der Anteil derjenigen Haushalte, die mehr als ein Zehntel ihres verfügbaren Monatseinkommens für Energie aufwenden mussten, von knapp 14 Prozent auf mehr als 17 Prozent gestiegen.

Das geht aus Antworten der Bundesregierung auf Fragen der Grünen-Bundestagsfraktion hervor. Sie liegen der Frankfurter Rundschau vor.

Betroffen waren nach Angaben von Wirtschaftsstaatssekretär Rainer Baake zuletzt fast sieben Millionen Haushalte mit einem Durchschnittseinkommen von 901 Euro. Sie gaben im Schnitt 93 Euro pro Monat für Energie aus. Fachleute sprechen in solchen Fällen von „Energie-Armut“.

Jedes Jahr geraten 400 000 Haushalte mehr in die Energie-Armut

Die Grünen-Abgeordnete Bärbel Höhn sagte: „Die fossilen Energien werden zur Armutsfalle und die Bundesregierung sieht tatenlos zu, wie jedes Jahr 400 000 Haushalte mehr in diese Falle geraten.“ Neben der geplanten Mietpreisbremse, mehr sozialem Wohnungsbau und der Erhöhung des Wohngeldes müsse die Bundesregierung ein ambitioniertes Programm zur energetischen Gebäudesanierung auflegen, um Mieter finanziell zu entlasten. Nur mit einer Strategie „Weg vom Heizöl“ ließen sich die Probleme in den Griff bekommen. Notwendig seien Investitionsanreize für Immobilienbesitzer und ein Klimazuschuss zum Wohngeld für einkommensschwache Mieter, damit diese nicht aus sanierten Wohnungen verdrängt werden.

Die Energiepreise in Deutschland steigen seit Jahren viel schneller als die Löhne: Nach Angaben der Bundesregierung verteuerten sich Heizen und Warmwasser zwischen 2002 und 2012 um 43 Prozent. Die Löhne legten im selben Zeitraum hingegen nur um 17 Prozent zu, was in etwa die allgemeine Teuerung ausglich.

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