+
Der Abschwung betrifft bisher vor allem die exportabhängige Industrie.

Kommentar

Mit dem Weichzeichner

  • schließen

Die Bundesregierung sollte sich hüten, vorhandene Krisenanzeichen zu ignorieren. Ein Kommentar.

Die Arbeitslosigkeit sei saisonbedingt leicht gestiegen, heißt es von der Bundesagentur für Arbeit. Das wirkt wie der Versuch, einen Weichzeichner über eine Entwicklung zu legen, die Lage und Stimmung im erfolgsverwöhnten Deutschland schon bald grundlegend verändern könnte. Man müsse sich hüten, eine Krise herbeizureden, heißt es immer wieder. Man sollte sich aber auch hüten, vorhandene Krisenanzeichen zu ignorieren. Dass es sie gibt, lässt sich nicht mehr wegdiskutieren. Das deutsche Jobwunder ist zu Ende.

Bisher ist es ein Abschwung, der vor allem die exportabhängige Industrie betrifft. Aber was, wenn er auch den Dienstleistungssektor erfasst – und der private Konsum als Konjunkturstütze ausfällt? Der Hinweis, dass Deutschland angesichts von Rekord-Rücklagen bei der Bundesagentur für Arbeit, auf einen kräftigen Anstieg der Kurzarbeit vorbereitet ist, stimmt. Aber reicht das? Keineswegs. Es gilt, die Sozialversicherungen auf Zeiten vorzubereiten, in denen die Beiträge nicht mehr automatisch sprudeln. Zudem wäre es nötig, Unternehmen durch Abbau von Bürokratie zu entlasten und steuerliche Anreize für Investitionen zu setzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare