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Die deutsche Wirtschaft bleibt im Herbst robust.
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Die deutsche Wirtschaft bleibt im Herbst robust.

Arbeitslosen-Zahl sinkt

Der Arbeitsmarkt brummt

  • Markus Sievers
    VonMarkus Sievers
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Trotz der eingetrübten Perspektiven stellen deutsche Unternehmen weiter ein. Die Arbeitslosenzahl sinkt im Oktober um 75 000 auf 2,733 Millionen und erreicht damit den tiefsten Stand seit drei Jahren.

Der deutsche Arbeitsmarkt trotzt der Konjunkturflaute. In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld sank die Arbeitslosenzahl im Oktober um 75 000 auf 2,733 Millionen und erreichte damit den tiefsten Stand seit drei Jahren. Saisonbereinigt nahm sie um 22 000 ab, deutlich stärker als von den Experten erwartet, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 6,3 Prozent.

Eine Erklärung dafür könnte der späte Termin der Sommerferien in mehreren Bundesländern sein. Laut BA-Chef Frank-Jürgen Weise setze nun die „verschobene Herbstbelebung“ ein. Dadurch stellten viele Unternehmen erst später ein. Doch offenbar ist auch die wirtschaftliche Lage in Deutschland robuster als befürchtet. Auch für das kommende Jahr seien die Erwartungen gut, meinte Weise.

Verärgert reagierte er auf den sich um sich greifenden Pessimismus, den seiner Ansicht nach Journalisten mit negativen Berichten anheizen. „Seit fünf Monaten fragen Sie, wann wird es endlich schlechter“, sagte Weise. „Wir müssen mal wirklich dagegen halten. Die Sache ist kein Selbstläufer, aber sie ist gut.“ Die Betriebe suchen weiter nach Personal. Sie meldeten im Oktober der BA 517 000 offene Stellen, 1000 weniger als einen Monat zuvor, aber 51 000 mehr als vor einem Jahr. Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern bewege sich weiter auf gutem Niveau, betonte die Bundesagentur.

Wachstumsprognosen „gut“

Allerdings ist es normal, dass in einem Abschwung der Arbeitsmarkt erst mit Verzögerung reagiert. Wenn die Aufträge weniger werden und sich die Perspektiven eintrüben, dauert es eine Weile, bis die Firmen ihre Pläne ändern und sogar einen Stellenabbau betreiben. Die Wachstumsprognosen seien aber „immer noch gut“, stellte Weise fest. Die Bundesregierung habe zwar ihre Erwartungen für 2015 reduziert. Doch sie gehe davon aus, dass im kommenden Jahr das Bruttoinlandsprodukt um 1,3 Prozent zulegen werde. Zudem ist der Zusammenhang zwischen Beschäftigung und dem Wirtschaftswachstum laut Einschätzung der BA nicht mehr so eng wie früher. Nicht immer existiere eine direkte Korrelation. So hätten Dienstleister neue Stellen geschaffen, die aber nicht nennenswert um Wirtschaftswachstum beitrügen.

Weniger Auszubildende

Dies sieht auch Carsten Brzeski, Volkswirt bei der Bank ING-Diba, so. Der deutsche Arbeitsmarkt scheine sich von der realen Wirtschaft abzukoppeln, sagte Brzeski. Durch die Arbeitsmarktreformen und die demographischen Veränderungen gelinge es heute leichter, die Arbeitslosenraten zumindest zu stabilisieren. „Während in den 1990er und in den frühen 2000er Jahren ein Wachstum von mindestens 1,5 Prozent nötig war, um die Arbeitslosigkeit zu reduzieren, so ist diese Schwelle mittlerweile auf unter ein Prozent gesunken.“ Die Kehrseite der Medaille zeigt sich bei der Produktivität. Sie steigt nicht mehr so schnell, wenn Jobs überwiegend in Dienstleistungsbranchen mit geringer Effektivität entstehen. Dies drückt entsprechend auf die Löhne.

Ihre Ausbildungsanstrengungen haben Industrie, Handel, Handwerk und freie Berufe trotz aller Klagen über den Fachkräftemangel leicht zurückgefahren. Im gerade angelaufenen Lehrjahr schlossen sie 473 400 Verträge ab. Das sind 9100 weniger als ein Jahr zuvor, wie die Spitzenverbände der Wirtschaft mitteilten. Allerdings ist demographiebedingt auch die Zahl der Bewerber gesunken.

Insgesamt sei es für junge Leute etwas leichter gefunden, eine Ausbildungsstelle zu finden, meinte BA-Vorstandsmitglieds Heinrich Alt. Die Firmen hätten zunehmend Probleme, geeignete Kandidaten zu finden.

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