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Erfreuliche Nachrichten: Die Zahl der Arbeitslosen nimmt weiter ab.
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Erfreuliche Nachrichten: Die Zahl der Arbeitslosen nimmt weiter ab.

Arbeitsmarkt

Arbeitslosigkeit sinkt weiter

  • VonStefan Sauer
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Die Flüchtlingszahlen haben bisher nur wenig Einfluss auf die Bilanz der Agentur für Arbeit.

Die Flüchtlingszuwanderung hat sich bisher nicht negativ auf den deutschen Arbeitsmarkt ausgewirkt. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) sank die Zahl der Arbeitslosen im Juni gegenüber Mai um 50 000 auf gut 2,6 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahr waren sogar 97 000 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Die Quote ging auf 5,9 Prozent zurück – den niedrigsten Wert in einem Juni seit der Wiedervereinigung.

Zugleich stieg die Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter im letzten verfügbaren Berichtsmonat April gegenüber dem Vorjahr um 681 000 auf ein neues Rekordniveau von 31,33 Millionen. Dabei ist die Arbeitskräftenachfrage weiterhin ungebrochen. Im Juni waren 665 000 unbesetzte Arbeitsstellen gemeldet, 93 000 mehr als vor einem Jahr.

Auch andere, erstmals von der BA veröffentlichte Daten zeigen, dass von der Zuwanderung bisher keine nennenswerte Beeinträchtigung des Arbeitsmarktes ausgeht. Danach waren im Juni 297 000 Geflüchtete als arbeitssuchend registriert, wovon etwa 131 000 Personen oder 44 Prozent arbeitslos gemeldet waren. Die übrigen befanden sich in Integrationskursen und Weiterbildungsangeboten oder haben bereits eine Arbeit gefunden. Von diesem Juni an wird die Bundesagentur monatlich detailliert auflisten, wie viele der anerkannten Asylbewerber, der noch Asylsuchenden und der geduldeten Neuankömmlinge arbeitslos oder beschäftigt sind.

Die BA unterteilt die arbeitssuchenden Geflüchteten in mehrere Kategorien: Die mit 213 200 Personen größte Gruppe bilden anerkannte Asylbewerber und sogenannte Kontingentflüchtlinge aus Bürgerkriegsstaaten wie Syrien, die ungehinderten Zugang zum Arbeitsmarkt haben. Aus dieser Gruppe waren 102 500 Menschen arbeitslos gemeldet.

Niedrige Qualifikation

Von den knapp 78 000 arbeitsuchenden Asylbewerbern, deren Verfahren noch nicht abgeschlossen ist, waren 26 500 als arbeitslos registriert. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass Asylbewerber während der ersten drei bis sechs Monate nach ihrer Ankunft in Deutschland nicht arbeiten dürfen. Die 5500 geduldeten Personen auf Arbeitssuche haben einen nur vorübergehenden Aufenthaltsstatus, was ihre Einstellungschancen erheblich mindert. Von ihnen sind derzeit etwas über 2000 arbeitslos gemeldet.

Rund drei Viertel der arbeitsuchenden Geflüchteten sind männlich, knapp die Hälfte ist unter 30 Jahre alt. Das Qualifikationsniveau vieler Neuankömmlinge ist vergleichsweise niedrig. Ein Viertel kann keinen Schulabschluss vorweisen, knapp die Hälfte verfügt nicht über eine formale Berufsausbildung. Auf der anderen Seite besitzt immerhin jeder elfte Flüchtling einen akademischen Grad, weitere 26 Prozent haben die Hochschulreife.

Nach Vermittlungs- und Beratungsgesprächen mit den Neukunden haben die Arbeitsvermittler zunächst eine erste Einschätzung der in Frage kommenden Berufe vorgenommen. Danach kommen 58 Prozent der Geflüchteten zunächst nur für Helfertätigkeiten in Frage. 15 Prozent wurden als Fachkräfte und Spezialisten eingestuft, weitere vier Prozent können als hochspezialisierte Experten – etwa Fachärzte – gelten.

Trotz dieser durchwachsenen Einstufungen werden die Flüchtlinge die Arbeitsmarktbilanz im laufenden Jahr nur geringfügig beeinflussen. Die BA rechnet mit einem monatlichen Zuwachs der arbeitslos gemeldeten Flüchtlinge um rund 15 000 bis Jahresende. Auch der Brexit werde bis auf weiteres keine nennenswerten Spuren auf dem deutschen Arbeitsmarkt hinterlassen, sagte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise am Donnerstag.

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