Monopolstellung

Apple und Google: Neue Bezahloption bei Game Fortnite in App-Stores - Epic Games mit Kampfansage

  • Delia Friess
    vonDelia Friess
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Der Entwickler Epic Games integriert eine günstigere Bezahloption für „Fortnite“ in App-Stores. Daraufhin werfen Google und Apple die Game-App aus ihren App-Stores. Eine Kampfansage. Doch es gibt Tricks, das Game auf‘s Smartphone zu bekommen.

  • Epic Games integriert eine günstige Bezahloption für Game-App Fortnite in App-Stores.
  • Laut App-Store-Regeln stehen Apple und Google aber 30 Prozent zu.
  • Apple und Epic Games starten Rechtsstreit wegen Fortnite.

Berlin - Es klingt wie eine Kampfansage an die Internetriesen Google und Apple: Epic Games hat sein beliebtes Game Fortnite mit einer zusätzlichen Bezahloption in den App-Stores ausgestattet. Der Button ‘Epic direct payment’ ermöglicht Usern einen Rabatt von 20 Prozent, wie Epic Games auf seiner Website mitteilte. Auch bei der Begründung legt Epic Games nach: Apple halte die Preise so hoch, dass sie 30 Prozent durch Verkäufe wie Fortnite einbezogen.

Kampfansage an Google und Apple: Epic Games führt zusätzliche Bezahloption ein

Die Gründe für den Streit sind bei den App-Store-Regeln von Apple und Google zu finden. Die Internetkonzerne können 30 Prozent vom Preis der App- und In-App-Verkäufe einbehalten. Schon länger gibt es Kritik an der Höhe der Abgabe an die Internetriesen und dem Fehlen einer zusätzlichen Bezahloption, wie auch tn3 berichtet.

Apple reagiert auf Bezahloption durch Epic Games: Game-App gesperrt

Nun legt es Epic Games wohl auf ein Duell mit Google und Apple an. Denn Apple reagierte promt: „Fortnite“-Neulinge können die Game-App Fortnite derzeit nicht aus den offiziellen mobilen App-Stores auf ihre Smartphones laden, weil Google und Apple diese über Nacht entfernt haben.

Apple und Google: Neue Bezahloption in App-Stores -Epic Games legt sich mit Internetriesen an

Sammelklagen gegen Google: Kartellvorwürfe auch von iPhone-Nutzern

Epic Games werfen Apple vor, den Wettbewerb mit ihrer Marktmacht zu behindern, wie es in der gut 60-seitigen Klageschrift gegen den Internetriesen heißt. Kartelluntersuchungen von Regulierungsbehörden, die herausfinden sollen, ob Apple ein Monopol habe, gab es bereits schon zuvor: Im Sommer hatte das US-Repräsentantenhaus Untersuchungen gegen Apple, u.a. auch wegen seiner Browser eingeleitet. Die Untersuchungen betrafen aber auch andere Internetriesen wie Google, Facebook und Amazon, wie auch heise berichtet.

Streit um Fortnite: Hält Apple ein Monopol?

Zu den Vorwürfen sagte Apple-Chef Tim Cook der Wirtschaftszeitung Nikkei, dass Apple „wahrscheinlich mehr Konkurrenten als jede andere Firma auf der Erde“ habe. Das sehen aber auch nicht alle iPhone-Nutzer so: Konkret wurde wegen dem App-Vertrieb 2019 eine Sammelklage gegen Apple von mehreren iPhone-Besitzern eingereicht, wie Medien berichten. Der Vorwurf: Apple habe das Betriebssystem so gebaut, dass sich zusätzliche Software nur aus dem Laden des Herstellers beziehen lässt.

Apple und Google schmeißen Fortnite aus App-Store: Neueinsteiger betroffen

Von der Sperre von Apple sind allerdings nur Neueinsteiger betroffen. Freuen können sich Gamer, die „Fortnite“ bereits auf iOS- und Android-Mobilgeräten installiert haben. Sie können ganz normal weiterspielen. Aber es gibt einen Trick für Android-Nutzer, die gerade jetzt mit „Fortnite“ starten wollen: Anders als Apple lässt Google auf Android-Geräten den sogenannten Sideload, also das Installieren von Apps aus anderen Quellen als dem offiziellen App-Store zu.

Apple und Google: Neue Bezahloption in App-Stores -Epic Games legt sich mit Internetriesen an

Fortnite: So gelingt die Installation von Fortine trotz Sperre durch Apple trotzdem

Epic Games bietet sogar einen sicheren Download direkt von den eigenen Servern an. Dazu geht man mit einem Smartphone-Browser auf die Seite fortnite.com/android oder scannt einen QR-Code auf der Epic-Homepage. Dem jeweiligen Browser muss man dann die Berechtigung zur Installation erteilen und gegebenenfalls auch eine kritische Nachfrage von Googles Virenscanner Play Protect abnicken. „Fortnite“-Einsteiger mit iPhone sind allerdings die Verlierer des Streits. Hier führt kein Weg an Apples App-Store vorbei. Da hilft nur abwarten. (Von Delia Friess mit Material von Agenturen) Amazon: US-Unternehmen räumt gravierende Sicherheitslücken in Alexa ein. Apple und Google betrügen - und das ganz legal

Rubriklistenbild: © Edmond Terakopian / dpa

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