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"Für kleine Entdecker" - einer der Slogans von Alete.

Babynahrung

Appetit auf Alete

Der hessische Babynahrungsmittelhersteller Alete steht kurz vor dem Verkauf an Deutschlands größte Molkerei.

Der traditionsreiche Babynahrungsmittelhersteller Alete, der seinen Firmensitz 2015 nach Bad Homburg verlagert hat, steht kurz vor dem Verkauf an Deutschlands größte Molkerei, den Deutschen Milchkontor DMK (Milram). Zu den Gründen hält man sich in Bad Homburg wegen der noch ausstehenden Genehmigung der Kartellbehörde zurück.

Auf Anfrage möchte Unternehmenssprecherin Diana Sánchez zu möglichen Umstrukturierungen keine Auskunft geben. Auch auf die Frage, ob Alete künftig nur noch als Marke unter dem Dach der DMK weiterleben wird, hält sie sich zurück. „Mangelnde Unterstützung und eine veränderte Wettbewerbssituation“ gibt die Pressesprecherin als Grund dafür an, warum Alete bei der Babynahrung zuletzt deutliche Marktanteile verloren hat.

Branchenkenner geben diese mit nur noch fünf Prozent an. In den 1970er-Jahren war das Unternehmen demnach noch Marktführer, die Anteile lagen bei 50 Prozent. Deutsche Babykost-Marktführer sind heute Hipp mit Sitz in der Schweiz und die DMK-Tochter Humana.

Junge Eltern kaufen zudem immer mehr Bio-Babynahrung, Alete hingegen produziert die Marke Milasan, deren Produkte bei Aldi angeboten werden. Nach Angaben des „Manager Magazins“ stand Alete vor der Insolvenz. Demnach ist der Umsatz von einst rund 150 Millionen Euro auf zuletzt nur noch 55 Millionen Euro gesunken.

Babynahrung weckt Begehrlichkeiten der Lebensmittelkonzerne

Zum Vergleich: Der Umsatz der DMK-Gruppe lag zuletzt bei 5,8 Milliarden Euro. Für den Konzern arbeiten etwa 7700 Mitarbeiter an mehr als 20 Standorten. Mit der Töchtern Humana und der Eigenmarkensparte Sunval gehört DMK schon jetzt zu den größten Babynahrungsherstellern Deutschlands.

Dass Babynahrung immer schon Begehrlichkeiten großer Lebensmittelkonzerne geweckt hat, zeigen die zahlreichen Eigentümerwechsel bei Alete. 1934 von der Molkerei Allgäuer Alpenmilch gegründet, wurde das Unternehmen 1971 von Nestlé übernommen. 2003 wechselte Alete unter das Dach von Deutschlands drittgrößter Molkerei Hochwald (mit den hessischen Molkerei-Standorten in Hungen und Hünfeld), bevor man 2015 an den Finanzinvestor BWK (80 Prozent) und den früheren Henkel-Manager Horst Jostock (20 Prozent) verkauft wurde.

Die DMK-Pressestelle bestätigte, dass man an der Übernahme des kompletten Alete-Vertriebsgeschäfts und der ebenfalls am Alete-Firmensitz in Bad Homburg angesiedelten German Baby Food GmbH interessiert ist. „Wir beabsichtigen, unsere Wachstumsstrategie für diesen Markt zu vertiefen und weitere Segmente zu erschließen“, hieß es im Firmensitz in Bremen. 

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