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Sand im Getriebe: Die deutsche Wirtschaft schrumpft im vierten Quartal um 2,1 Prozent.
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Sand im Getriebe: Die deutsche Wirtschaft schrumpft im vierten Quartal um 2,1 Prozent.

Immer mehr sparen

Angst hält Konsumenten zurück

Der Sparkurs von Investoren und Verbrauchern treibt den Abschwung an.

Von ROLAND BUNZENTHAL

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im Februar offenbar weiter gestiegen. Die Angst um ihren Arbeitsplatz hat dazu beigetragen, dass die Bundesbürger wieder mehr sparen und weniger konsumieren. Im vierten Quartal 2008 stieg die Sparquote von 9,6 auf 10,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, berichtet das Statistische Bundesamt.

Auch bei den Unternehmen ist ein strikter Sparkurs mehr und mehr zu spüren: Ausgelöst vom gesunkenen Export (preisbereinigt minus 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr) brachen die Produktion und die Investitionen der Unternehmen regelrecht ein. Acht Prozent weniger als Ende 2007 stellten die Firmen des Produzierenden Gewerbes zwischen Oktober und Dezember her. Vor allem der Maschinen-, aber auch der Fahrzeugbau bekamen die plötzliche Zurückhaltung der Investoren aus dem In- und Ausland zu spüren. Im kurzfristigen Vergleich zum Vorquartal schrumpften die Ausrüstungsinvestitionen denn auch um 4,9 Prozent. Dagegen nahmen die "sonstigen Anlagen" (immaterielle Güter wie Software oder Lizenzen) noch zu.

Vielfach produzierten die Hersteller im Herbst bereits auf Halde. So sind die Lagerbestände kräftig gewachsen, was einen noch stärkeren Abschwung verhinderte. Allerdings ist das auch auf die gravierenden Absatzprobleme der Unternehmen zurückzuführen. Angesichts der begrenzten Lagerkapazitäten dürfte sich dieser Wachstumseffekt kaum so rasch wiederholen.

Die Verbraucher haben offenbar auf den Rückgang der Heizölpreise reagiert und im vierten Quartal die Tanks wieder gefüllt. Die - preisbereinigten - Ausgaben für Wohnung, Wasser und Energie stiegen dadurch um 1,8 Prozent. Die Aufwendungen für "Verkehr und Nachrichtenübermittlung" sanken dagegen um 4,8 Prozent. Darin enthalten sind sowohl die aufgeschobenen Autokäufe als auch die niedrigeren Telefon- und Internet-Tarife. Insgesamt gaben die Konsumenten 0,6 Prozent weniger aus als ein Jahr zuvor. Dass die Kauffreude nicht noch stärker einbrach, ist vor allem den um 3,6 Prozent und damit überdurchschnittlich gestiegenen Arbeitsentgelten zu verdanken-

In der laufenden Drei-Monats-Periode dürfte der Lageraufbau langsam an seine Grenzen stoßen und damit kaum noch einen Wachstumsbeitrag leisten. Auch sonst lassen die Zahlen aus Wiesbaden einen weiteren deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung erwarten. Die Prognosen für die Jahresrate in der aktuellen Periode schwanken derzeit zwischen minus zwei und minus fünf Prozent. Allein der Effekt des statistischen Unterhangs dürfte das BIP im Vorjahresvergleich um über zwei Prozent schrumpfen lassen. Unterhang bedeutet, dass die Wirtschaftsleistung im Jahresdurchschnitt 2008 noch um 1,3 Prozent gestiegen, im vierten Quartal allein jedoch um 1,6 Prozent gesunken ist, was die statistische Basis für 2009 nach unten drückt.

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