Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

„Die DEG finanziert auch lokale Geschäftsbanken in Panama“, so die KFW-Tochter.
+
„Die DEG finanziert auch lokale Geschäftsbanken in Panama“, so die KFW-Tochter.

Entwicklungsbank DEG

Angreifbare Kontakte

  • VonRolf Obertreis
    schließen

Der Name der Entwicklungsbank der staatlichen Förderbank KFW taucht in den „Pandora Papers“ auf. Es geht um Geschäfte in Panama.

Bei der Auswertung der sogenannten „Pandora Papers“ ist das Recherche-Netzwerk von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung auch auf die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), eine Tochter der staatlichen Förderbank KFW, gestoßen. Sie finanziert oder beteiligt sich an kleinen und mittelgroßen Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern und unterstützt deutsche Mittelständler in diesen Ländern.

Dass die DEG dubiose Geschäfte über Offshore-Firmen in Steueroasen betreibt, sagen die Rechercheure nicht. Aber sie halten ihr die Finanzierung von Banken in Panama vor, einem Land, das als Steueroase bekannt ist und immer wieder in Fälle von Steuerhinterziehung und Geldwäsche verwickelt ist.

Die DEG bestätigt die Aktivitäten in Panama, weist die Vorhaltungen aber zurück. Man halte sich strikt an alle Gesetze und die geltenden Richtlinien des Bundes. Zu den Maßnahmen vor einer Finanzierung gehöre die Prüfung von Unternehmen und Partnern mit Blick auf mögliche Anhaltspunkte für Geldwäsche und sonstige Compliance-relevante Handlungen.

Den „Pandora Papers“ zufolge hat die DEG seit 2014 an elf Banken in Panama Kredite im Volumen von rund 250 Millionen Dollar ausgereicht. 2017 seien eine Reihe von panamaischen Banken wegen Geldwäsche bestraft worden. Die höchste Buße mit 300 000 Dollar habe es für ein Geldhaus gegeben, an dem die DEG über Jahre Anteile von sieben Prozent gehalten habe. Mit ihren Krediten habe sie indirekt auch einige der reichsten Männer des Landes unterstützt. Denen gehörten die Geldhäuser.

„Die DEG finanziert auch lokale Geschäftsbanken in Panama“, so die KFW-Tochter. Man stelle den Instituten langfristiges Investitionskapital bereit, das dazu diene, lokale kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit Krediten zu versorgen. Daneben biete die DEG Beratungen an.

„Auch bei Vorhaben in Panama prüft die DEG im Vorfeld ... verschiedene Aspekte sorgfältig, etwa die Firmenstruktur, Anteilseigner und wirtschaftlich Berechtigte“, so die DEG. Der Nutzungszweck der bereitgestellten Kredite werde vertraglich festgeschrieben und regelmäßig überprüft. Sofern die Zustimmung der Kundschaft vorliege, veröffentliche man, so die DEG, seit 2015 Angaben zu Kunden, zum Zweck der Vorhaben, zum Finanzierungsvolumen und zu Umwelt- und Sozialthemen.

Klage gegen DEG eingereicht

Ähnliche Vorwürfe hatte es schon vor einigen Jahren gegeben. Damals wurde der DEG vorgehalten, in Fonds in Steuerparadiesen wie Mauritius, den Kaimaninseln, Bermuda, Panama oder den Jungferninseln engagiert zu sein. Die DEG argumentierte, die Fonds würden das Geld in KMU in Schwellen- und Entwicklungsländern investieren. Dort würden Erträge auch versteuert. Auch der DEG-Geschäftsbericht für 2020 zählt noch zahlreiche Beteiligungen etwa auf den Kaimaninseln, Mauritius und den Kanalinseln auf.

Auch von anderer Seite wird die DEG angegangen. Die Menschenrechtsorganisation Fian reichte am Dienstag beim Verwaltungsgericht Köln – am Sitz der DEG – Auskunftsklage gegen die KFW-Tochter ein. Es geht um Einsicht in Umwelt- und Sozialaktionspläne des Agrarinvestors Payco in Paraguay. Die DEG hatte danach vor acht Jahren für 25 Millionen Euro knapp 16 Prozent der Anteile erworben. Es gibt Vorwürfe wegen Entwaldung und Landkonflikten mit der indigenen Bevölkerung gegen Payco. Nach Angaben von Fian verweigert die DEG Auskünfte.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare