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Nahles: Kurzarbeit bleibt „Mittel der Wahl“ gegen Energiekrise

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Von: Nils Tillmann

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Andrea Nahles
Andrea Nahles ist seit dem 1. August 2022 die Vorsitzende der Bundesagentur für Arbeit. © Daniel Karmann/dpa

Andrea Nahles hält Kurzarbeit für ein mögliches Mittel, um mit der Energiekrise umzugehen. Auch Nachhaltigkeit spiele dabei eine große Rolle.

Hamburg – Andrea Nahles, die Vorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, hält Kurzarbeit für ein mögliches Mittel, um mit der Energiekrise umzugehen. Die ehemalige Vorsitzende der SPD teilte dies in einem Interview mit der Zeit mit, betonte aber, dass Kurzarbeit keine Lösung für das Problem sei. Kurzarbeit könnte dabei helfen, mit Energiesparen und anderen Maßnahmen eine Unabhängigkeit von russischen Gaslieferungen zu schaffen.

Nahles warnte auch vor möglichen Auswirkungen der Krise auf die Wirtschaft insgesamt. Während sie die Hoffnung äußerte, dass es nicht zu erhöhter Arbeitslosigkeit komme, sagte sie, dass mit einer Verlangsamung der Wirtschaft zu rechnen sei.

Mehr Nachhaltigkeit in der Energiekrise

Gewisse Veränderungen hält Nahles in jedem Fall für notwendig. Der Planet könne sich die aktuelle Art des Wirtschaftens nicht mehr leisten. „Wir haben in dieser Phase des Kapitalismus energetische Kosten und Nachhaltigkeitsprobleme externalisiert“, erklärte Nahes im Interview. Dabei sei es aber wichtig, nicht auf eine „Null-Wachstums-Strategie“ zu setzen. Steigende Energiekosten könnten dazu führen, dass Nachhaltigkeit in Zukunft eine größere Rolle am Arbeitsplatz einnehme.

Die Vorsitzende der Bundesagentur für Arbeit sprach sich im Interview mit der Zeit auch für Sanktionen gegen Langzeitarbeitslose aus. Viele dieser Sanktionen sind zurzeit ausgesetzt. Nahles sagte, dass ein Beteiligungswille „das Mindeste“ sei, wenn man Leistungen beziehe, die von Arbeitenden erwirtschaftet würden. Dieses Thema spiele aber zurzeit eine untergeordnete Rolle.

Die Ampel-Koalition plant, das Arbeitslosengeld II, auch Hartz-4 genannt, durch ein sogenanntes Bürgergeld zu ersetzen. Dabei sollen auch mögliche Sanktionen überarbeitet werden. (Nils Tillmann/epd)

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