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In Zeiten des Wachstums fällt das Umsteuern auf neue Ziele leichter als in der Krise. Jetzt ist Zeit zum Umdenken.
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In Zeiten des Wachstums fällt das Umsteuern auf neue Ziele leichter als in der Krise. Jetzt ist Zeit zum Umdenken.

Ressourcen

Anders wachsen

  • Wolfgang Kessler
    VonWolfgang Kessler
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Die Zeit ist reif für Alternativen, der Einstieg in die Postwachstums-Gesellschaft günstiger denn je. Das Ziel: Altes Vermögen fördert junges Kapital.

Alle wissen es: Wenn die Wirtschaft weiter wächst, dann heizen wir das Klima auf und pflügen schließlich jeden Quadratmeter Natur auf der Erde um, um Rohstoffe zu fördern. Und für mehr soziale Gerechtigkeit sorgt das Wachstum schon seit 25 Jahren nicht mehr.

Obwohl dies alle wissen, machen (fast) alle weiter wie bisher. Die Bundesregierung setzt auf mehr Freihandel, die Unternehmer auf Steuersenkungen, die Europäische Zentralbank auf billiges Geld und die Gewerkschaften auf Lohnerhöhungen.

Dabei könnte der Zeitpunkt für den Einstieg in eine Postwachstums-Gesellschaft hierzulande günstiger nicht sein. Der Ölpreis ist niedrig, die Steuereinnahmen sprudeln, die Reichen und die Unternehmen schwimmen im Geld. Gleichzeitig wollen viele Menschen raus aus dem Hamsterrad von Arbeiten und Kaufen.

Warum also nutzt die Regierung nicht die sinkenden Preise für Öl, um jetzt die Mineralölsteuer zu erhöhen? Die Kosten fürs Autofahren wären dennoch niedriger als vor einem Jahr. Aber der Staat hätte die Milliarden, um den öffentlichen Verkehr auszubauen, die Wärmedämmung von Gebäuden zu fördern sowie in die Einsparung von Energie und den konsequenten Umstieg auf erneuerbare Energien zu investieren. Das Ziel: Wohlstand mit geringerem Ressourcenverbrauch.

Was spricht gegen eine Vermögensabgabe, wo das reichste Prozent der Deutschen 1,4 Millionen Euro pro Kopf und Konzerne wie Volkswagen und Siemens Milliarden auf der hohen Kante haben, ohne sie zu investieren? Jetzt wäre es an der Zeit, einen Teil dieses Reichtums in gute Kindergärten, Schulen, Universitäten, in Jugendzentren oder in die Integration von Zuwanderern zu investieren. Das Ziel: Altes Vermögen fördert junges Kapital.

Und warum beschränken die Gewerkschaften nicht die reinen Lohnforderungen auf untere Einkommen – und handeln für Bezieher höherer Einkommen kürzere Arbeitszeiten mit Lohnausgleich aus. Vielen Gutverdienern ist Zeit für ihre Liebsten längst wichtiger als mehr Geld. Am 1.Mai hat IG-Metall-Chef Detlef Wetzel „mehr Zeitsouveränität für die Arbeitnehmer gefordert“. In den laufenden Tarifverhandlungen könnte er sie durchsetzen. Zeit ist Geld.

Wenn die Wirtschaft läuft, fällt das Umsteuern auf neue Ziele leichter als in der Krise. Also: Wenn nicht jetzt, wann dann?

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