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Flächentarifvertrag gefordert

Streik bei Amazon in Deutschland: Arbeitskampf startet noch vor Weihnachten

  • vonJoel Schmidt
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Zur Durchsetzung eines Flächentarifvertrags hat die Gewerkschaft Verdi bundesweit zu Streiks bei Amazon aufgerufen. Diese sollen noch bis Weihnachten andauern.

  • Die Gewerkschaft Verdi ruft Beschäftigte von Amazon zum Streik auf.
  • Noch bis Weihnachten soll an sechs Amazon-Standorten in Deutschland die Arbeit niedergelegt werden.
  • Mit dem Streik will Verdi bessere Arbeitsbedingungen und einen Flächentarifvertrag bei Amazon erreichen.

Berlin ‒ Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte des Online-Händlers Amazon zu mehrtägigen Streiks bis Weihnachten aufgerufen. Die Mitarbeiter:innen an sechs Standorten sollten von der Nacht auf Montag (21.12.2020) an bis einschließlich zum 24. Dezember ihre Arbeit niederlegen, teilte die Gewerkschaft mit. Ziel sei die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels sowie der Abschluss eines Tarifvertrages für gute und gesunde Arbeit. Bestreikt werden sollen die Standorte Werne, Rheinberg (beide Nordrhein-Westfalen), Leipzig (Sachsen), Koblenz (Rheinland-Pfalz) sowie zwei Standorte im hessischen Bad Hersfeld.

Streik bei Amazon vor Weihnachten: Im hessischen Bad Hersfeld legt die Nachtschicht die Arbeit nieder

Nach Informationen der Gewerkschaft Verdi haben im hessischen Bad Hersfeld Amazon-Beschäftigte bereits am frühen Montag (21.12.2020) ihre Arbeit niedergelegt. Eine Verdi-Sprecherin teilte mit, dass der Ausstand mit der Nachtschicht begonnen habe und mit etwa 500 Beteiligten bei dem Streik gerechnet werde. Auch an den Amazon-Standorten Rheinberg und Werne sei laut Angaben von Verdi mit 500 beziehungsweise 300 Beteiligten zu rechnen.

Die Gewerkschaft Verdi kämpft schon lange für einen Tarifvertrag bei Amazon.

Auseinandersetzung zwischen Verdi und Amazon vor Weihnachten: Forderung nach Tarifvertrag

Das Unternehmen Amazon lehnt die Forderung der Gewerkschaft nach einem Flächentarifvertrag jedoch mit der Begründung ab, die Tätigkeiten an den verschiedenen Standorten seien nicht dem Einzelhandel, sondern der Logistik zuzurechnen. Bei ähnlichen Aktionen und Streiks in den vergangenen Jahren hieß es seitens Amazon stets, die Kundschaft spüre keine Auswirkungen der Arbeitsniederlegung. Pakete kämen dennoch pünktlich an und der Großteil der Mitarbeiter:innen kümmere sich wie üblich um aufgegebene Bestellungen.

In einer Amazon-Mitteilung vom Montag (21.12.2020) heißt es außerdem, dass die Mitarbeiter:innen bereits von „exzellenten Löhnen, exzellenten Zusatzleistungen und exzellenten Karrierechancen“ profitieren würden. Die Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter:innen habe für Amazon oberste Priorität.

Prekäre Arbeitsverhältnisse im Versandhandel: Streik bei Amazon noch bis Weihnachten

Währenddessen teilt die Deutsche Presse-Agentur mit, dass jeder dritte Beschäftigte im Versandhandel in Deutschland als Niedrigverdiener:in arbeitet. Wie aus einer Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag hervorgeht, habe das mittlere Einkommen der im Versandhandel Vollzeitbeschäftigten im Jahr 2019 bei lediglich 2.663 Euro brutto pro Monat gelegen. Das seien nach Auskunft der Bundesagentur 738 Euro weniger als über sämtliche Branchen hinweg.

Ein weiterer Blick in die Antwort der Bundesagentur für Arbeit verdeutlicht einmal mehr das Ausmaß der prekären Arbeitsverhältnisse in der Branche. Demnach arbeitet jeder dritte Vollzeitbeschäftigte im Versandhandel zum Niedriglohn mit weniger als zwei Drittel des mittleren Gehalts, verdient also weniger als 2.267 Euro im Monat. Der Anteil der Niedriglohn-Beschäftigten lag im Versandhandel laut dpa damit fast 15 Prozentpunkte höher als bei den Beschäftigten insgesamt.

Während neu begonnene Arbeitsverhältnisse im vergangenen Jahr über alle Branchen hinweg zu 40,7 Prozent befristet gewesen sind, belief sich diese Zahl laut Bundesagentur im Versandhandel auf etwa 60 Prozent. Zudem arbeiteten noch im März fast 29.000 Versandhandelsbeschäftigte als Minijobber:innen. (Joel Schmidt mit dpa)

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa

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