Alexa

Amazon muss sich erklären

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Sprach-Assistentin Alexa ist Thema im Bundestag, der Kinderschutzbund warnt Eltern.

Alexa, bist du gefährlich für Kinder?“. Die Antwort des digitalen Assistenten von Amazon müsste eigentlich lauten: „Ja“. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags hat festgestellt, dass der „elektronische Butler“ Risiken für Kinder und unbeteiligte Dritte birgt. Digitalpolitiker wollen Vertreter des Konzerns nun vor das Parlament zitieren, der Kinderschutzbund warnt Eltern.

Der Expertendienst des Bundestags kritisiert, dass Kinder persönliche Informationen preisgeben oder mit ihrer Stimme Inhalte abrufen können, die für Minderjährige nicht geeignet sind. Außerdem könne Alexa Daten von Menschen sammeln, dies sich dessen nicht bewusst sind. Beispielsweise Besucher in einem Haushalt mit „Alexa“.

„Die Problemlage ist vom Wissenschaftlichen Dienst treffend zusammengefasst worden. Wir Digitalpolitiker haben das Thema auf dem Schirm“, sagte Hansjörg Durz (CDU), Vize-Vorsitzender im Ausschuss „Digitale Agenda“ dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Eine Einladung an Amazon zu einem Gespräch im Ausschuss ist bereits ergangen. Dort soll das Unternehmen darüber Auskunft geben, wie es sicherstellt, dass Alexa nicht unbefugt Gespräche mithört und dass personenbezogene Daten geschützt werden“, so Durz.

Das Gespräch soll nach der Sommerpause erfolgen. Es gehe darum, in Absprache mit dem Unternehmen, den Sicherheitsbehörden und Verbraucherschützern eine „handhabbare Lösung“ zu entwickeln, damit Gäste in einem „Alexa-Haushalt“ auch künftig „ohne Beipackzettel“ empfangen werden können.

Wenn Amazon oder Google die personenbezogenen Daten im Rahmen eines Gespräches verarbeitet oder speichert, müssten die Personen darüber informiert werden, erklärt Sebastian Dramburg, Rechtsanwalt für IT-Recht in Berlin. „Aber das funktioniert natürlich nicht, wenn der Nutzer des Gerätes z.B. Besuch hat.“

Der Kinderschutzbund sieht das Thema digitale Assistenten und Kinder kritisch: „Alexa und Co. werden vor allem dann gefährlich und geradezu absurd, wenn Eltern sie als Alternative in der Kinderbetreuung betrachten. Kinder sind auf Erwachsene angewiesen, um zu lernen. Die Erlebnis- und Lernwelten der Kinder dürfen sich nicht auf digitale Geräte beschränken“, sagte Hauptgeschäftsführerin Cordula Lasner-Tietze.

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