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Ärger für Amazon. Und jetzt muckt auch noch die Belegschaft auf.
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Ärger für Amazon. Und jetzt muckt auch noch die Belegschaft auf.

Versand-Handel

Amazon gibt Preis-Diktat auf

  • Frank-Thomas Wenzel
    VonFrank-Thomas Wenzel
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Amazon verzichtet auf eine umstrittene Praxis: Händler müssen auf der Plattform ihre Produkte künftig nicht mehr zum Tiefstpreis anbieten. Das Unternehmen kommt damit dem Bundeskartellamt zuvor.

Amazon verzichtet auf eine umstrittene Praxis: Händler müssen auf der Plattform ihre Produkte künftig nicht mehr zum Tiefstpreis anbieten. Das Unternehmen kommt damit dem Bundeskartellamt zuvor.

Das Verfahren des Bundeskartellamts gegen den weltgrößten Online-Händler Amazon steht nach Informationen der Frankfurter Rundschau unmittelbar vor seinem Abschluss. Das würde bedeuten, dass die deutsche Tochter des US-Konzerns künftig die sogenannte Preisparität nicht mehr durchsetzen wird. Dahinter steckt eines der wichtigsten Elemente im Geschäftsmodell des Unternehmens.

Amazon verkauft auf seiner Internetseite einerseits Millionen von Produkten direkt unter eigenem Namen. Daneben gibt es aber noch den sogenannten Marketplace. Dort können andere Händler ihre Waren anbieten. Die Preisparitätsklausel besagte, dass die Händler nirgendwo anders im Netz ihre Artikel billiger als auf dem Marketplace offerieren dürfen. Das galt sowohl für konkurrierende Marktplätze im Netz wie Ebay oder Rakuten als auch für die eigenen Online-Shops der Händler.

Verstoß gegen das Kartellrecht?

Das Bundeskartellamt hatte im Februar eine Befragung von Marketplace-Händlern eingeleitet. Die Wettbewerbshüter ermittelten wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das allgemeine Kartellrecht. Es ging dabei darum, dass durch eine Beschränkung der Freiheit der Händler bei der Preissetzung auch der Wettbewerb zwischen den verschiedenen Marktplätzen im Internet eingeschränkt wird. Denn normalerweise müssten die Verkäufer von Büchern, Sportschuhen, CDs oder DVDs ein Interesse haben auf mehreren Marktplätzen aktiv zu sein. Doch Amazon konnte dies durch seine Preisklausel verhindern.

Wettbewerb zwischen den verschiedenen Plattformen könnte im Grunde nur dadurch entstehen, dass Amazon-Konkurrenten die überall üblichen Gebühren für die freien Händler besonders niedrig ansetzen. Die niedrigen Tarife könnten die Verkäufer durch attraktive Preise an die Kunden weitergeben. Wenn ein Buch bei Ebay und Co. aber nicht billiger als bei Amazon verkauft werden darf, gibt es auch keinen Anreiz für niedrige Händlergebühren. Die Folge: Ein überhöhtes Preisniveau. Zugleich wurde mit der Amazon-Preisparität der Einstieg neuer Konkurrenten in den Online-Handel erschwert.

Das Bundeskartellamt drohte damit, den Internethändler dazu zu zwingen, die Preisklauseln aus den Teilnahmeregeln für den Marketplace zu streichen. Bereits im August lenkte die deutsche Tochter des amerikanischen Konzerns ein. Das Kartellamt meldete seinerzeit, dass Amazon die allgemeinen Geschäftsbedingungen für einen Teil der Händler bereits angepasst habe.

Das Verfahren wurde aber nicht beendet. Amazon blieb unter Beobachtung der Wettbewerbshüter. „Für das Bundeskartellamt ist es ausschlaggebend, dass Amazon von der Preisparität endgültig Abstand nimmt“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Montag auf Anfrage. „Derzeit bewerten wir, ob die von Amazon getroffenen Maßnahmen ausreichen, eine Wiederholungsgefahr auszuschließen.“

Der Behördenchef fügte hinzu, dass Amazon der größte Online-Händler sei und mit den Marketplace-Händlern in einem unmittelbaren Wettbewerbsverhältnis stehe. „Preisvorgaben an die eigenen Wettbewerber in Form einer Preisparitätsklausel sind unter keinen Umständen zu rechtfertigen.“

Nach FR-Informationen soll der Abschluss des Verfahrens in den nächsten Tagen verkündet werden. Amazon äußerte sich am Montag auf Anfrage zunächst nicht. Der Fall der Preisparität würde einen massiven Einschnitt für das Unternehmen bedeuten. Die Attraktivität des Onlinehändlers beruhte bislang auch darauf, dass Kunden sicher sein konnten, dass es ein Produkt von der Amazon-Seite nirgendwo im Internet billiger gibt.

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