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Viele Menschen sind im Alter von Armut bedroht.
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Viele Menschen sind im Alter von Armut bedroht.

Rente und Alter

Altersarmut: Das Thema Rente wird „die Gesellschaft überrollen“

  • Ulrich Weih
    VonUlrich Weih
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Miserable Löhne, bescheidene Altersvorsorge, horrende Mieten: Viele Senioren sind pleite und können ihre Rechnungen nicht mehr zahlen.

Die Zahl älterer Menschen, die ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können, steigt. Rund 380.000 Senioren sind überschuldet, berichtet die Wirtschaftsauskunftei Creditreform in ihrem „Schuldneratlas 2019“. Als Gründe nennen die Wirtschaftsexperten zum einen die Rentenreformen der vergangenen Jahrzehnte, die fast alle auf eine Kürzung des Sicherungsniveaus der gesetzlichen Rente hinausgelaufen seien. Zum anderen wirkten sich die wachsende Zahl unsteter Erwerbsbiografien und das Anwachsen des Niedriglohnsektors aus. Auch der zum Teil dramatische Anstieg der Mieten spiele eine Rolle für die Armut im Alter.  

Altersarmut sei besonders schwerwiegend, betonten die Experten von Creditreform. Während jüngere Menschen Armut häufig als vorübergehende Lebensphase begriffen und über ein Perspektive verfügten, sich aus ihrer schwierigen Situation herauszuarbeiten, sei das bei älteren Menschen in der Regel nicht mehr der Fall. Mit dem Eintritt in den Ruhestand sinke die Chance älterer Menschen, ihre ökonomische Lage zu verbessern, drastisch. Verschärft werde das Problem dadurch, dass die Betroffenen oft ihnen zustehende Sozialleistungen nicht in Anspruch nähmen.

Rente in 20 Jahren besonders gefährdet

Die Zahl der überschuldeten Verbraucher im Alter ab 70 Jahren sei innerhalb von nur zwölf Monaten um 44,9 Prozent gestiegen, heißt es im Schuldneratlas. Seit 2013 habe sich die Zahl der überschuldeten Senioren sogar um 243 Prozent erhöht. Und auch bei den 60 bis 69 Jahre alten Verbrauchern kämen immer mehr nicht mehr mit ihrem Geld zurecht.

FR-Grafik

„Die Altersarmut nimmt seit 10 Jahren zu und wir befürchten, dass das Thema in zehn oder zwanzig Jahren die ganze Gesellschaft überrollen wird. Spätestens dann, wenn all die 40- oder 50-Jährigen ins Rentenalter kommen, die wir heute beraten, weil sie in der Langzeitarbeitslosenfalle oder in prekären Beschäftigungsverhältnissen mit niedrigen Einkommen stecken“, warnt Georg Eickel vom Paritätischen Wohlfahrtsverband in Nordrhein-Westfalen. 

Schock für Rentner: Plötzlich steuerpflichtig

Grundrente hilft, löst aber nicht das Problem

Eickel beschreibt die Folgen, die Altersarmut für Senioren hat: „Die Betroffenen trauen sich oft nicht mehr aus der Wohnung. Krankheiten werden nicht mehr ordentlich behandelt, weil sogar an Medikamenten gespart wird, und die Wohnungen werden nicht mehr richtig geheizt, weil das Geld dafür nicht reicht.“ Die geplante Grundrente könne hier zwar ein bisschen helfen, werde aber die Probleme letztlich nicht lösen können. 

(mit Material der dpa)

Altersvorsorge: Wie viel Rente werde ich nach meiner Erwerbstätigkeit im Alter zur Verfügung haben? Hier finden Sie alle Information zur Höhe der Rentenbezüge.

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