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Protest braucht es, damit sich politisch etwas bewegt.

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In Wohnraum investieren – aber richtig.

Wem gehört die Stadt? Das Thema erhitzt die Gemüter. In vielen Städten ist günstiger Wohnraum knapp, die Mieten steigen. In Berlin sammeln Bürgerinnen und Bürger Unterschriften, um die größten Immobilienkonzerne der Stadt enteignen zu lassen und der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert findet, dass jeder maximal den Wohnraum besitzen sollte, den er selbst bewohnt.

Schaden Investitionen in Immobilien also dem Gemeinwohl? Fakt ist: Wer Aktien von Unternehmen wie Deutsche Wohnen und Vonovia kauft, investiert in ein finanzmarktgetriebenes Geschäftsmodell, das notwendigerweise auf Mietsteigerungen durch Modernisierungen setzt, um eine hohe Rendite zu erwirtschaften. Diese Art von Investition heizt den Immobilienmarkt in den Großstädten weiter an und trägt zur Verdrängung der Menschen bei, die sich die hohen Mieten nicht mehr leisten können.

Unsere tägliche Kolumne von Gastautorinnen und Gastautoren im Wirtschaftsteil. Heute: Wiebke Johanning, Mitarbeiterin der Bewegungsstiftung. Die Gemeinschaftsstiftung fördert Protestbewegungen mit Geld und Beratung.

Man kann als Kleinanleger aber auch Gegenmodelle unterstützen. Zum Beispiel, indem man Wohnungsgenossenschaften Geld leiht, die ihre Mieter mit günstigem Wohnraum versorgen. Einige von ihnen bieten über ihre Spareinrichtungen Festzinssparen und Sparbriefe an, die nicht nur Mietern, sondern auch externen Anlegern offenstehen, wenn sie Mitglied der Genossenschaft werden. Doch Achtung! Auch unter den Genossenschaften gibt es schwarze Schafe, die mit hohen Ausschüttungen locken, aber ihrem Auftrag nicht gerecht werden. Die Verbraucherzentrale gibt Tipps, worauf man achten sollte. Eine weitere Möglichkeit: Direktkredite an selbstverwaltete Hausprojekte vergeben. So kann man den Bewohnern zu Geld verhelfen, das sie von der Bank eher schwer oder gar nicht erhalten würden. Viele dieser Projekte sind im Mietshäusersyndikat organisiert, das mit seiner Beteiligung dafür sorgt, dass die Häuser dem Wohnungsmarkt und damit der Spekulation dauerhaft entzogen werden. Auch hier sollte man sich vorab gut informieren. Denn bei Direktkrediten droht im schlimmsten Fall der Totalverlust des eingesetzten Kapitals. 

Wichtiger Nebeneffekt dieser Recherche: Wer sich auf diese Weise intensiver mit dem Thema Wohnen beschäftigt hat, der wird auch eher auf die Straße gehen, wenn dort für bezahlbaren Wohnraum gestritten wird. Und diesen Protest braucht es, damit sich politisch etwas bewegt.

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