Altersvorsorge

Allianz hält Zinsen für Lebensversicherung stabil

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Der Marktführer dürfte damit einen branchenweiten Trend setzen. Somit deutet sich ein Ende der Zins-Talfahrt an.

Deutschlands größter Lebensversicherer hält die Gesamtverzinsung für seine Policen 2019 stabil. Allianz-Kunden mit einer Garantie-reduzierten Versicherung, die kommendes Jahr fällig wird, erhalten wie schon 2018 auf ihre Sparanteile 3,7 Prozent. Bei Besitzern klassischer Lebens- und Rentenversicherungen sind es konstant 3,4 Prozent. Mehr bekommt nur, wer einen Altvertrag aus Hochzinsphasen besitzt. Hier sind bis zu vier Prozent Rendite garantiert. „Wir erwirtschaften eine stabil hohe Verzinsung aus unseren Kapitalanlagen“, sagte der Chef der in Stuttgart ansässigen Allianz Leben, Markus Faulhaber, am Dienstag.

Als Marktführer dürfte die Allianz damit einen branchenweiten Trend vorgeben, zumal mit Axa schon ein weiteres Schwergewicht für 2019 stabile Zinsen angekündigt hat.

„Wer es sich leisten kann, wird seine Zinsen für Lebenspolicen 2019 stabil halten“, meint ein Branchenkenner. Die Ratingagentur Assekurata erwartet für kommendes Jahr im Schnitt deshalb eine branchenweit weitgehend konstante Verzinsung.

Dabei profitiert die Branche von einer neuen Berechnungsmethode für einen Risikopuffer, der negative Folgen der Dauerniedrigzinsen an den Finanzmärkten abfedern soll. Für dieses Instrument namens Zinszusatzreserve (ZZR) müsse die Branche 2018 wohl zwei Drittel weniger zurücklegen als bei unveränderter Berechnung, schätzt die deutsche Finanzaufsicht Bafin. Ohne die Neuberechnung wären wohl rund 22 Milliarden Euro Belastung auf die Lebensversicherer zugekommen, sagt Assekurata.

In diesem Fall hätten viele Lebensversicherer ihre Überschüsse nochmals deutlich senken müssen, glaubt Assekuranz-Experte Lars Gatschke vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Welchen Effekt die ZZR-Neuberechnung für die Allianz gehabt hat, will Produktvorstand Volker Priebe nicht herausrechnen. Er verweist vielmehr auf eigene Anlageexpertise und Finanzstärke. So stecke ein Viertel der Allianz-Anlagegelder in alternativen Investments wie erneuerbaren Energien oder Infrastrukturprojekten.

„3,7 Prozent Gesamtverzinsung sind ein starkes Signal“, betont Priebe. Die Allianz setze alles daran, die Zinsen stabil zu halten. Für Versicherte, die 2019 in Rente gehen und sich ihre Police nicht in einem Einmalbeitrag sondern monatlich gestaffelt auszahlen lassen, erhöht die Allianz die Gesamtverzinsung sogar um 0,2 Prozentpunkte.

In Zeiten, in denen immer mehr Finanzkonzerne das Geschäft mit Lebenspolicen mangels Profit auslaufen lassen oder sogar Altbestände verkaufen, ist die Allianz der Gewinner schlechthin. In den ersten zehn Monaten 2018 hat der Konzern gut 130 000 Kunden hinzugewonnen und nun erstmals über zehn Millionen Lebensversicherungen im Bestand.

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