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Allianz: Erfolgreich durch Lebensversicherungen

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Das Jahr 2019 lief gut für die deutsche Allianz, trotzdem sinkt die Zahl der Mitarbeiter.

Die Allianz erntet in Deutschland zunehmend die Früchte ihrer Strategie, Policen zu vereinfachen und das Geschäft zu digitalisieren. Um über 15 Prozent auf gut 42 Milliarden Euro sind 2019 die Beitragseinnahmen der heimischen Allianz-Landesgesellschaft gestiegen. Treiber waren vor allem Lebensversicherungen, die bei vielen Konkurrenten als Auslaufmodell gelten. Mit knapp 23 Prozent auf zwei Milliarden Euro noch stärker gestiegen ist der Jahresüberschuss der Allianz Deutschland. Das wiederum geht vor allem auf das Konto des auf Vordermann gebrachten Geschäfts mit Schaden- und Unfallpolicen. „Einfache, verständliche Produkte ohne negative Überraschungen, dazu schnelle Services, das ist ein klarer Wettbewerbsvorteil für uns“, findet Deutschland-Chef Klaus-Peter Röhler.

In puncto Profitabilität wirkt vor allem die Digitalisierung von Prozessen und Policen in Sachversicherungssparten. Versicherte melden Schäden dort mittlerweile oft per Smartphone und erhalten so immer schneller Geld. Speziell in der Kfz-Versicherung, wo die Allianz hier zu Lande lange Marktanteile verloren hat, ist sie wieder in die Erfolgsspur zurückgekommen. „Wir hatten eine sehr erfolgreiche Abwerberunde und einen starken Verkaufsstart der ADAC-Autoversicherung im vergangenen Jahr“, betont Röhler. Den Automobilclub hat der Versicherungsriese voriges Jahr bei Kfz-Policen als Partner gewonnen. Der hat rund 600 000 versicherte Fahrzeuge mit in die Partnerschaft gebracht. 221 000 Policen hat die Allianz darüber hinaus 2019 im normalen Konkurrenzkampf dazugewonnen. Damit kommt sie nun insgesamt auf 8,7 Millionen Kfz-Policen, wobei es eigentlich sogar noch 720 000 Verträge mehr wären.

Das ist das Vertragsvolumen, das beim früheren Allianz-Onlineversicherer Allsecur liegt. Diesen Bestand musste die deutsche Tochter aber an den Mutterkonzern übertragen. Dort bildet dieser den Kern des neuen paneuropäischen Internetversicherers Allianz Direkt. Wie dieses neue Vertriebsvehikel Ende 2019 gestartet ist, bleibt vorerst geheim. In jedem Fall liegt der Konzern aber auch bei Addition von Allianz Deutschland und Allianz Direkt hinter Huk Coburg als hiesigem Marktführer bei Kfz-Policen mit rund zwölf Millionen Verträgen. Huk hat für 2019 noch nicht bilanziert.

Schlagkräftiger wird die Allianz auch durch eine allerdings kostspielige Modernisierung ihrer IT-Systeme. Dieser Kraftakt verschlingt bis 2025 fast 600 Millionen Euro an Einmalkosten. Danach kann der Versicherer aber rund ein Viertel aller IT-Altanwendungen abschalten. Begleitet war diese Operation allerdings immer wieder von tageweisen Systemausfällen. Im Kontakt mit Kunden hat die 2019 mit einem neuen Internetauftritt verknüpfte IT-Modernisierung gut ein Viertel mehr Nutzerzahlen auf Allianz-Internetseiten gebracht, betonen die Münchner.

Auf Ebene von Personal und Vertretern wirkt diese Strategie in gegensätzliche Richtungen. Während die Digitalisierung Jobs kostet, braucht die Geschäftsausweitung mehr Leute. Per saldo ist die Zahl der Mitarbeiter von Allianz Deutschland 2019 um knapp 300 auf noch gut 26 400 gesunken. Bei den Allianz-Vertretern gab es ebenfalls einen leichten Rückgang auf gut 8200 Vertriebler.

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