Frischdienst läuft

Alles in Butter bei Schwälbchen

Der Molkerei-Konzern will sein Liefergeschäft ausbauen.

Der hessische Molkerei-Konzern Schwälbchen aus Bad Schwalbach im Taunus will sich breiter aufstellen und unabhängiger vom klassischen Milchgeschäft machen. Der Geschäftsbereich Frischdienst, bei dem Großverbraucher beliefert werden, erwirtschafte weit mehr als die Hälfte des Gewinns in der Gruppe, sagte Unternehmenschef Günter Berz-List. Dieser Trend werde sich kaum mehr umkehren. „Der Frischdienst wird weiter ausgebaut.“ Zu den Kunden zählen Kantinen in Unternehmen, Hotels und Gastronomen sowie Schulen, Kliniken und Mensen.

Das Liefergebiet des Frischdienstes mit Standorten in Mainz und im baden-württembergischen Ilsfeld erstrecke sich auf die größeren Zentren in Hessen, Rheinland-Pfalz bis nach Baden-Württemberg, erklärte der Vorstand des börsennotierten mittelständischen Unternehmens. „Wir fahren bis zum Bodensee.“ Auch personell soll der Geschäftsbereich wegen der guten Entwicklung aufgestockt werden. Der Markt für die Lebensmittellieferung an Großkunden mit regionalen Produkten sei noch nicht so festgefahren wie im klassischen Einzelhandelsgeschäft mit Milch, Sahne und Joghurt, erklärte Berz-List. „Hier können wir noch punktuell wachsen.“

Die Rückgänge bei Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr des laufenden Jahres konnten aber weder der Geschäftsbereich Frischdienst noch die Molkerei stoppen. Berz-List geht nach vorläufigen Zahlen von einem Minus der Erlöse um 2,3 Prozent auf rund 92 Millionen Euro aus. Der Gewinn nach Steuern sei zum Halbjahr von 1,8 Millionen Euro auf 1,1 Millionen Euro zurückgegangen.

Weil der Frühsommer weniger heiß war als im Vorjahr, sei die Nachfrage nach Frischprodukten und Mix-Getränken in den ersten sechs Monaten 2019 schwächer gewesen, sagte der Manager. Zudem habe die Milchverarbeitung im ersten Halbjahr abgenommen und das Preisniveau unter dem des Vorjahreszeitraums gelegen. Für das Gesamtjahr zeigte sich der Vorstand verhalten optimistisch: Er gebe zwar die Hoffnung auf einen guten Sommer mit einem Mix aus Wärme für die Produktionsnachfrage und ausreichenden Niederschlägen für die Landwirtschaft nicht auf. „Das Ergebnis aus dem Vorjahr werden wir aber nicht aufholen können.“

Zum ihrem 80. Jubiläum hatte Hessens größter Molkerei 2018 einen Überschuss von mehr als drei Millionen Euro verbucht. Die Erlöse lagen bei rund 186 Millionen Euro. (dpa)

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