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Corona-Regeln

Aldi, Lidl & Co.: 2G im Supermarkt möglich - Bekommen Corona-Ungeimpfte beim Einkaufen Probleme?

  • Andreas Apetz
    VonAndreas Apetz
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  • Tobias Utz
    Tobias Utz
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Die Corona-Regeln werden laufend angepasst – auch in Supermärkten wie Aldi, Lidl und Rewe. Nun wird über die 2G-Regel für den Einzelhandel diskutiert.

Frankfurt – Abstand halten und Maske tragen: Derzeit gelten die gängigen Corona-Maßnahmen in Supermärkten. Doch könnte es sein, dass Verbraucherinnen und Verbraucher schon bald ohne Mundschutz einkaufen dürfen? Im Falle der 2G-Regel wäre das möglich. Diese darf bundesweit bisher nur in ausgewählten öffentlichen Räumen angewandt werden. Könnten Supermärkte bald ein Bereich davon werden?

In Hessen ist das schon Realität: Statt auf Verschärfungen zu setzen, führt das Bundesland weitere Corona-Lockerungen ein. Eine davon ist die 2G-Option für den Einzelhandel.

Corona-Regeln im Supermarkt: Kommt die 2G-Option für Einzelhändler?

Am Dienstag (12.10.2021) verkündete der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier nach der Beratung des Corona-Kabinetts die umstrittene Neuerung: Allen Betrieben soll es erlaubt sein zu wählen, ob sie nur noch Geimpfte und Genesene in ihr Geschäft lassen wollen. Das würde bedeuten, dass in den Räumlichkeiten bald nicht mehr auf Abstände und die Einhaltung der Maskenpflicht geachtet werden muss – auch in Supermärkten und Discountern. Derzeit gelten allerdings noch andere Regeln beim Einkaufen im Supermarkt.

Supermärkten in Hessen wird es bald frei stehen, ob sie von der 2G-Regel Gebrauch machen. (Symbolbild)

Die optionale 2G-Regel sei „auf Wünschen aus der Branche hin“ entstanden, heißt es in der Pressemitteilung der hessischen Staatskanzlei. In der Mitteilung wird davon gesprochen, dass die 2G-Option auch nur tageweise genutzt werden darf: „Wir gehen davon aus, dass diese Option eher nur tageweise genutzt wird und Geschäfte des alltäglichen Bedarfs davon keinen Gebrauch machen werden.“

Kommt die 2G-Regel im Supermarkt in Hessen? Verwaltungsgericht Frankfurt trifft Entscheidung

Für hessische Supermärkte bedeutet diese Corona-Regel jedoch, dass individuell entschieden werden darf, ob die Supermarkt-Leitung auf eine 2G-Regel besteht – oder eben nicht. So hat das Verwaltungsgericht Frankfurt entschieden.

Die Einführung der 2G-Regel für den Einzelhandel zeichnete sich bereits in einem Urteil des Verwaltungsgerichtes aus dem September 2021 ab. Damals klagte eine Händlerin von Grillzubehör gegen das Verbot, ihre Geschäftsstelle nach den Standards der 2G-Regel betreiben zu müssen. Mittlerweile hat auch das Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) Stellung zu einer möglichen 2G-Regel in Supermärkten* bezogen.

Wie die Tageszeitung Welt berichtet, begrüßt der Handelsverband Deutschland das Urteil. Die Händler hätten dadurch die freie Wahl, „ob sie eine 2G-Regel anwenden wollen oder eben nicht“, wird Handelsverbandschef Stefan Genth zitiert. Mit einer bundesweiten Verschärfung der Regel rechne er aber nicht, heißt es im Bericht. Vielmehr sei sie ortsabhängig und würde nur bei hohen Corona-Fallzahlen zur Anwendung kommen.

Aldi, Lidl, Rewe & Co.: Was droht ungeimpften Personen, bei 2G im Supermarkt?

Die Neuerung löst Diskussionen aus. Dem Robert-Koch-Institut zufolge sind derzeit 65,3 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft (Stand: 12.10.2021). Sollten Supermärkte wie Aldi, Lidl, Edeka oder Rewe von der 2G-Option Gebrauch machen, könnten rund 35 Prozent der Bevölkerung in Deutschland nicht mehr in den großen Supermarkt-Ketten einkaufen gehen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Fall eintritt, ist jedoch äußerst unwahrscheinlich. Supermärkte galten während der Pandemie bisher nicht als risikoreicher Infektionsraum. Das zeigt beispielsweise eine Studie der Technischen Universität Berlin. Zwar gelten geschlossene Räume als Risikobereich der Aerosolübertragung von Coronaviren, allerdings ist das Risiko in Supermärkten zum Beispiel deutlich geringer als in Büros – logischerweise in Abhängigkeit zur Belegung. Hinzu kommt die Einschätzung des Bundesamtes für Risikobewertung, welche besagt, dass bislang kein Corona-Infektionsrisiko über Lebensmittel bekannt ist.

Zudem sind Supermärkte und Discounter Bestandteil der Grundversorgung: Bei der Anwendung der 2G-Regel würde ein Großteil von potenziellen Kunden kategorisch ausgeschlossen werden. Dass die 2G-Regel in vereinzelten Filialen doch genutzt wird, bleibt allerdings möglich. Dann müssen sich Corona-Ungeimpfte wohl einen anderen Supermarkt suchen, der weiterhin auf die 2G-Option verzichtet. Verschiedene Supermarkt-Ketten haben mittlerweile auf die Ankündigung der 2G-Option reagiert. (tu/aa) *24rhein.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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