10.000 Teilnehmer

Großdemo in Berlin: #AlarmstufeRot - „Event-Szene steht vor Kollaps“

  • Moritz Serif
    vonMoritz Serif
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Die Event-Branche ist von Corona besonders hart getroffen. Sie steht vor dem Kollaps. Deshalb findet in Berlin die Großdemo #AlarmstufeRot statt.

  • Corona hat das Leben von Menschen, die in der Event-Branche tätig sind, auf den Kopf gestellt.
  • Immer noch wissen sie nicht, wie es in der Pandemie weitergehen soll.
  • Die Großdemo #AlarmstufeRot macht auf den drohenden Kollaps aufmerksam.

Berlin - Bei 130 Milliarden Euro liegt der durchschnittliche Jahresumsatz der deutschen Event-Branche. Rund drei Millionen Menschen sind dort tätig. Sie ist der sechstgrößte Wirtschaftszweig Deutschlands. Dennoch hat die Politik die Branche in der Corona-Krise bislang nahezu sich selbst überlassen. Das zumindest sagen deren Vertreterinnen und Vertreter.

„Die vergessene Branche steht in großen Teilen unmittelbar vor dem Kollaps“, heißt es in einer Pressemitteilung. Den Unternehmern in der Branche sei seit einem halben Jahr praktisch die Arbeitsgrundlage entzogen worden. Deshalb ruft das Bündnis #AlarmstufeRot zur Großdemo in Berlin auf, die um 12.30 Uhr stattfinden soll.

10.000 Teilnehmer bei Großdemo erwartet - Event-Branche protestiert nicht gegen Corona-Maßnahmen

Die Demonstration soll sich nicht, wie an selben Ort zuletzt die Kundgebung „Querdenken-711“, gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung richten. Man wolle einen Dialog „für sofortige Gespräche und finanzielle Hilfen“ erreichen. „Wir rechnen mit mindestens 10.000 Teilnehmern“, sagt Alexander Ostermaier, Mitorganisator von #AlarmstufeRot. Vor dem Reichstagsgebäude wollen die Demonstranten dann symbolisch „ihr letztes Hemd“ niederlegen. Selbstverständlich würden Masken getragen und Abstände eingehalten.

„Alle bisherigen Überbrückungsprogramme hierzulande sind unzureichend“, verkündet das Bündnis. Die Unternehmen seien von solch massiven Einschränkungen konfrontiert, dass sie ausreichend entschädigt werden müssten. Wenn das gelingt, könnten auch weiteren Branchen der Kollaps drohen. Manche von ihnen sind nämlich eng mit der Event-Szene verzahnt und von ihrem Umsatz abhängig.

Hotellerie, Gastronomie und Reisebranche profitieren von Event-Szene und sind ebenfalls bedroht

Menschen, die beispielsweise wegen Techno-Musik übers Wochenende nach Berlin fahren, um in einem Club feiern zu gehen, reisen oftmals mit dem Zug oder dem Flugzeug an. Die Hotellerie nimmt dann Geld durch die Vermietung von Zimmern ein. Auch die Gastronomie profitiert, denn irgendwann bekommen die Menschen selbstverständlich auch Hunger. All das sind potenzielle Einnahmequellen, die wegen der Stilllegung der Szene weggebrochen sind. Diese Zweige der Event-Szene stehen vor dem Ruin.

  • Konzerte und Festivals
  • Theater und Bühnen
  • Messen und Kongresse
  • Discotheken und Clubs
  • Volksfeste und Kirmes
  • Empfänge und Bälle

(Von Moritz Serif)

Dass auch während einer Pandemie gefeiert werden kann, zeigt der Blick in die Schweiz. In Zürich sind Clubs wieder offen - und Corona-Infektionen gab es in Diskotheken fast gar nicht. Beim Feiern muss man aber eine Maske tragen.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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