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Finanzen

Originelle Weihnachtsgeschenke: Wie verschenke ich Aktien, Bitcoins oder ETFs?

  • VonMechthild Henneke
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Mal wieder keine gute Idee für ein Weihnachtsgeschenk für die Liebsten? Dann könnten Aktien, Bitcoins oder börsennotierte Indexfonds eine Alternative sein.

Frankfurt – Wenn die Ideen fürs passende Geschenk fehlen, greifen viele Menschen zu Gutscheinen oder Geldgeschenken. Es gibt jedoch Alternativen zum Schein im Briefumschlag. Wir haben bei Fachleuten nachgefragt, ob und wie Aktien, Indexfonds (ETFs) oder Bitcoins zu Weihnachten verschenkt werden können.

Wie verschenke ich Aktien oder ETF? Zwei Anteile Eon oder ein Anteil Adidas – die Kosten für die Einzelaktien im Dax variieren zwischen rund zehn und 250 Euro. Wer seinen Lieben mit einem Unternehmenswert eine Freude machen will, kann das durchaus tun. „Da es jedoch normalerweise keine effektiven Stücke mehr gibt, müssen Aktien von einem Depot in ein anderes übertragen werden“, sagt Finanzexpertin Karin Baur von Stiftung Warentest.

Außergewöhnliches Weihnachtsgeschenk mit Aktien, ETFs und Bitcoins

Dafür muss der oder die Schenkende die Angaben zum Depot der Person haben, der er etwas Gutes tun möchte. Diese braucht die Bank, die mit der Übertragung beauftragt wird. Das gleiche gilt für Anleihen, Fonds oder ETF, sagt Baur. Die Bank sollte über die Schenkung informiert werden, damit keine Abgeltungssteuer anfällt, rät Martin Oetzmann von der Verbraucherzentrale Hamburg. Schenkungen sind bis zu einer gewissen Höhe steuerfrei.

Das Grundprinzip dahinter lautet: Je enger der Verwandtschaftsgrad, desto höher der Freibetrag. Eltern können ihren Kindern und Stiefkindern jeweils bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken. Bei Eheleuten liegt die Grenze sogar bei 500.000 Euro. Großeltern haben die Möglichkeit ihren Enkelkindern immerhin noch 200.000 Euro steuerfrei zu übertragen. Unter Geschwistern, geschiedenen Ehegatten und allen übrigen liegt der Betrag mit 20 000 Euro wesentlich darunter. „Im Zweifel beim Finanzamt nachfragen“, empfiehlt Sylvie Ernoult, Sprecherin beim Bundesverband deutscher Banken. Das Ziel der Meldung von größeren Schenkungen bestehe darin, dass das Finanzamt überprüfen kann, ob eine Steuerpflicht besteht.

Bitcoins unterm Weihnachtsbaum: In der Blockchain registrieren

Wie verschenke ich Bitcoins? Bitcoins zu verschenken ist ebenfalls möglich. „Die meisten werden – wenn sie erst kürzlich eingestiegen sind – aber eher Bruchstücke als ganze Bitcoins haben“, sagt Baur. Der Kurs liegt zurzeit bei rund 42.000 Euro für den ganzen Bitcoin. Die Internetwährung wird zum Beispiel in einer sogenannten Wallet, einer digitalen Geldbörse, in einer Bitcoin-App oder auf dem Konto auf einer Bitcoin-Plattform gespeichert. „Von dort aus kann man die Bruchstücke oder ganze Bitcoins per Zahlungsauftrag weitergeben“, sagt Baur.

Die Übertragung von Bitcoins muss in der sogenannten Blockchain registriert werden. Das ist eine Datei, in der alle Bewegungen, die der Bitcoin macht, dauerhaft gespeichert werden. Der oder die zu Beschenkende muss auch eine Wallet, eine App oder ein Konto auf einer Plattform haben, damit das Bitcoin-Geschenk ankommen kann. „Bei Wallets zum Beispiel muss man den öffentlichen Schlüssel kennen, um Bitcoins zu übertragen“, sagt Baur. Das Bitcoin-Netzwerk prüft, ob der Absender auch wirklich Bitcoins hat. Die Übertragung wird in der Blockchain notiert und ist damit vollzogen.

BitcoinKryptowährung
GründerSatoshi Nakamoto (Pseudonym)
Erscheinungsjahr2009
SymbolBTC,, ₿ (Unicode 20BF seit Version 10.0.0) oder XBT (ISO 4217)

Kann ich ein Geldgeschenk aufs Konto machen? Geldgeschenke aufs Konto sind wie jede Überweisung kein Problem. Wer aber Freund oder Freundin damit überraschen will, dass ein neues Konto für die beschenkte Person eröffnet wurde, muss sich von diesem Wunsch verabschieden. „Ein Girokonto kann man nicht für einen Dritten eröffnen, da alle Konten nur für eigene Rechnung geführt werden sollen“, sagt dazu Oetzmann. Eine Ausnahme ist die Eröffnung von Sparkonten oder anderen Konten für Kinder. Das ist den Erziehungsberechtigten erlaubt.

Die Begründung: Das Bürgerliche Gesetzbuch gibt nur Eltern von minderjährigen Kindern eine sogenannte Vertretungsbefugnis, sagt Ernoult. Besitzt eine Person das alleinige Sorgerecht für ein Kind, darf nur sie oder er ein Konto fürs Kind eröffnen.

Gutschein als Weihnachtsgeschenk: Wie lange sie gültig sind

Wie lange sind Gutscheine gültig? Handelt es sich um einen Gutschein über einen bestimmten Geldwert, so ist dieser drei Jahre ab Ende des Jahres, in dem er erworben wurde, gültig. „Dennoch ist es sinnvoll, den Gutschein zeitnah einzulösen, da er im Fall der Insolvenz des Händlers nichts mehr wert ist“, sagt Oetzmann. Ist der Gutschein über eine Dienstleistung, zum Beispiel eine Massage oder eine Stadtrundfahrt, ausgestellt, so ist eine Befristung möglich. Der Zeitraum muss aber angemessen sein und sollte regelmäßig nicht unter einem Jahr liegen.

„Natürlich ist es im Moment angesichts der Corona-Pandemie oft gar nicht klar, wie schnell ein Gutschein überhaupt eingelöst werden kann. Das gilt insbesondere bei körperbezogenen Dienstleistungen. Dessen sollte man sich beim Verschenken bewusst sein“, sagt Eugénie Zobel, Juristin bei Stiftung Warentest.

Zwei Bitcoin-Münzen liegen auf einem Tisch. Bitcoin ist der Dinosaurier unter den Kryptowährungen.

Bei Aktionsangeboten für Gutscheine rät sie, immer in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu gucken. „Wenn da zum Beispiel drinsteht: Zeitraum unbefristet, sollte eine Alarmglocke läuten.“ Denn die allgemeine Verjährungsfrist von drei Jahren gelte dennoch. „Das heißt, auch einen unbefristeten Gutschein müssen Beschenkte spätestens innerhalb von drei Jahren einlösen.“

Spenden an Weihnachten verschenken: „Projekt auswählen, das dem Beschenkten gefällt“

Kann ich Spenden verschenken? Auch das ist möglich. „Einige Organisationen stellen Geschenkurkunden aus, die man unter den Weihnachtsbaum legen kann. Man kann aber auch selbst eine Karte gestalten und den Nachweis über die Spende beifügen“, sagt Oetzmann. Es sei vor allem wichtig, dass ein Projekt ausgewählt wird, dass der oder die Beschenkte gern unterstützen möchte.

Oetzmann wie auch Zobel raten vor allem, auf die Seriosität der Organisation zu achten. Zobel rät zum Beispiel, nach Siegeln zu gucken. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) ist eine Stiftung, die soziale und karitative Organisationen seit 1991 auf die Verwendung ihrer Spendengelder prüft. Das DZI-Siegel kann ein Anhaltspunkt sein, dass eine Spendenorganisation seriös ist. Zobel nennt auch die Transparenz von Webseiten als Merkmal. Gibt es Jahresberichte, in denen über den Einsatz von Geldern berichtet wird? Das sollte der Fall sein.

Eine Variante zur Geldspende ist laut Zobel von Stiftung Warentest, die Spende von konkreten Unterstützungsangeboten. Klassisch ist die Patenschaft für ein Kind in einem armen Land. Es gibt aber mittlerweile auch zahlreiche Vereine, die sogenannte Patenschaften zu Pflanzen oder Tieren anbieten. Sie versprechen zum Beispiel einen Orangenbaum in einer Plantage in Spanien oder ein Lama oder eine Ziege in einer südamerikanischen Herde zu pflegen. (Mechthild Henneke)

Rubriklistenbild: © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

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