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Die „Akademik Lomonossow“ soll mit zwei Reaktoren an Bord von Schleppern rund 4000 Kilometer weit in den äußersten Nordosten Russlands gezogen werden. 

Umweltschützer warnen

Erstes schwimmendes Atomkraftwerk legt ab

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Von den einen gefeiert, von den anderen gefürchtet: Russland hat mit der „Akademik Lomonossow“, das erste schwimmende Akw feierlich eingeweiht. Kritiker warnen vor einem „schwimmenden Tschernobyl“.

Auf dem ersten schwimmenden Atomkraftwerk der Welt sind am Freitag (23.8.) die letzten Vorbereitungen für den Start getroffen worden.  Im Laufe des Tages wird die „Akademik Lomonossow“ im russichen Arktis-Hafen Murmanks auf ihre 5000 Kilometer lange Reise gehen. Das Schiff mit zwei Atomreaktoren an Bord werde innerhalb der nächsten zwei Monate von mehreren Schleppern an seinem Zielort, der Stadt Pewek im Fernen Osten Russlands, ankommen, teilte der russische Atomkonzern Rosatom am Freitag bei der feierlichen Zeremonie mit. 

Atomenergie im Eis 

Die Reisezeit des schwimmenden Riesen wird mit vier bis sechs Wochen angegeben. Für Komplikationen könnte einerseits das Wetter, andererseits die Menge an schwimmendem Eis sorgen. Das schwimmende Atomkraftwerk soll vor allem schwer zugängliche Regionen mit Strom und Wärme versorgen. Zudem soll die mobile Anlage Energie für die Gas- und Ölbohrinseln auf See liefern.

Kritiker warnen vor einem „schwimmenden Tschernobyl“

Das millionenschwere Projekt ist sehr umstritten. Umweltschützer warnen vor einer möglichen Katastrophe im Polarmeer und bezeichnen die Anlage als „schwimmendes Tschernobyl“. Es sei nicht möglich, das schwimmende Atomkraftwerk vollständig vor äußeren Bedrohungen zu schützen, sagte Wladimir Sliwjak von der Umweltorganisation Ecodefense. „In jedem Atomkraftwerk kann es zu Unfällen kommen, aber ein schwimmendes Atomkraftwerk ist zudem besonders anfällig für Stürme.“ 

marv mit dpa 

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