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Das Airbus-Taxi bei der Präsentation im März 2019.

Flugtaxis

Airbus-Taxi hebt zum Testflug ab

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Der europäische Raumfahrtkonzern setzt auf Asien und will in Singapur ein innerstädtisches Transportsystem aufbauen.

Das Video zeigt ein Schweben in rund zwei Metern Höhe. „Etwa fünf Minuten hat es gedauert“, sagt Airbus-Sprecher Gregor Kursell zum Erstflug des City Airbus am Hubschrauberstandort Donauwörth. An Bord des Lufttaxis war niemand. Es wurde ferngesteuert. Dennoch ist der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern nun einen wichtigen Schritt weiter mit dem Fluggerät, das vorigen März am Ingolstädter Rathausplatz öffentlich präsentiert worden war, damals allerdings regungslos am Boden verharrend.

Viel Aufhebens macht Airbus nicht über den jetzigen Fortschritt. Das Video wurde still und leise via Twitter ins Netz gestellt. Das mag damit zu tun haben, dass der Konzern nicht unbedingt an der Spitze der Entwicklung steht.

Die härtesten deutschen Konkurrenten sind weiter. Das gilt vor allem für den Volocopter - ein Flugtaxi aus Bruchsal bei Karlsruhe, das Mitte September über einer staunenden Zuschauermenge in Stuttgart beim dortigen Mercedes-Museum in etwa 40 Metern Höhe seine Kreise drehte. Schon 2021/22 will das Start-up, an dem Daimler beteiligt ist, erste Flugtaxi-Routen bedienen. Die Konkurrenz von Lilium aus Weßling in der Nähe von München plant das zwar erst für 2025. Dafür ist am dortigen Firmensitz vorigen Herbst bereits die Produktion einer Prototypen-Miniserie gestartet. Die Massenproduktion soll in den nächsten Jahren folgen.

So konkret wird Airbus nicht. „Wir nennen keine Zeitpläne“, sagt Kursell. Das könnte damit zu tun haben, dass Airbus damit keine guten Erfahrungen gemacht hat. Vorigen März bei der Vorstellung des City Airbus in Anwesenheit von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hieß es, das Fluggerät werden demnächst seinen Erstflug haben und Mitte 2019 auf einem Testgelände des Militärflughafens Manching weitere Proberunden drehen.

Bis zum ersten Testflug des zwei Tonnen schweren und elektrisch angetriebenen Fluggeräts mit vier Sitzplätzen sind dann neun Monate vergangen. Die angeschlossene Testreihe in Manching soll im Frühsommer beginnen. Das wäre etwa ein Jahr verspätet. Auch für einen etablierten Flugzeugbauer sind Flugtaxis in vielerlei Hinsicht schwer kalkulierbares Projekt. Nicht alle Blütenträume reifen. Vorigen Herbst beispielsweise hat der Autobauer Audi das mit Airbus zusammen angegangene Flugtaxi-Projekt mit dem sperrigen Namen „Popup Next“ auf Eis gelegt, manche sagen: komplett beerdigt. Mit Airbus wollten die Ingolstädter eine Flugdrohne entwickeln, deren Kabine sowohl auf ein Gestell mit vier Rädern als auch an einen Rahmen mit Rotoren montiert werden sollte, um fließend von der Straße in die Luft gehen zu können. Beendet hat Airbus zudem Tests mit einer Flugtaxi-Variante namens Vahana. Die wurde in den USA entwickelt und zum Fliegen gebracht, bietet aber nur zwei Sitzplätze. Kommerziell Sinn machen Flugtaxis erst ab vier Sitzplätzen, wie sie City Airbus oder Liliumjet bieten, sagen Fachleute.

Ins Gerede gekommen ist jüngst auch Lilium. Das Luftfahrtmagazin Aerokurier hatte mit Berufung auf einen Experten Zweifel an den Versprechungen des Lufttaxi-Pioniers hinsichtlich 300 Kilometer Reichweite sowie einer Stunde Flugzeit angemeldet und beides als weit überzogen kritisiert. Lilium dementierte umgehend.

Eine Blöße geben will sich Airbus nicht. „Es ist nicht entscheidend, der Erste zu sein, sondern die seriöseste und sicherste Lösung zu haben, die dann auch zugelassen werden kann“, betont Kursell. Durch langjährige Kontakte mit Luftfahrtbehörden glaubt Airbus, beim Zulassungsprocedere einen wichtigen Wissensvorsprung zu haben. So mancher Experte sieht nicht in der Technik sondern behördlicher Genehmigung den eigentlichen Flaschenhals, durch den Flugtaxis müssen.

Deshalb gelten auch asiatische Metropolen als diejenigen Orte, wo sie ihre ersten Routen fliegen könnten. Airbus hat dazu soeben mit der Luftfahrtbehörde des asiatischen Stadtstaates Singapur eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel ist die Entwicklung eines innerstädtischen Lufttransportsystems für Passagiere und Fracht, das ohne Piloten auskommt. Es soll nicht nur die Fluggeräte selbst sondern auch Infrastruktur mit Start- und Landeplätzen sowie ein Buchungssystem umfassen.

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