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Ein Duftring sorgt fürs Aroma im Wasser.

Air-up

Verblüffender Effekt: Wenn Wasser plötzlich nach Limette oder Pfirsich schmeckt

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    Judith Köneke
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Das junge Unternehmen Air-up will das Wassertrinken mit einem Duftring gesünder und nachhaltiger machen.

Der Ansturm kennt kaum Grenzen, die Menschen drängeln sich am Stand des Getränke-Unternehmens Air-up. Jeder will mal aus der Flasche mit dem verblüffenden Effekt trinken: Ganz gewöhnliches Wasser einfüllen, Deckel drauf, und wenn man dann am Strohhalm saugt, schmeckt man plötzlich Limette, Orange-Maracuja oder Pfirsich. Möglich macht es ein Duftring, der auf die Flasche gesteckt wird. Von dort strömt das Aroma in kleine Luftbläschen verpackt durch das Wasser in den Rachenraum und dann in die Nasenhöhlen. Die Menschen sind fasziniert.

Die Gründer des Münchner Start-ups haben drei Jahre lang an ihrer Flasche getüftelt. Sie machen sich einen bekannten Effekt zunutze: Der Mensch nimmt längst nicht alles, was er als Geschmack empfindet, über die Zunge wahr. Wer Schokolade isst und sich dabei die Nase zuhält, merkt zum Beispiel kaum etwas vom Schokoladengeschmack. Denn viele Aromen werden „retronasal“ aufgenommen. Diesen Effekt nutzt Air-up für ein Getränk mit Geschmack, aber ohne Zucker, Sirup oder Zusatzstoffe.

Air-up hat nach eigenen Angaben bereits 80.000 Sets verkauft

Der Ansturm auf die Flaschen ist enorm. Dank Investoren wie Ralf Dümmel und Frank Thelen, die beide aus der Pro Sieben-Sendung „Die Höhle der Löwen“ bekannt sind, haben es die Flaschen gleich zum Start in die Regale von großen Lebensmittelhändlern geschafft. „Wir waren vor unserem Marktstart im August bereits sehr optimistisch. Die tatsächlichen Verkäufe haben unsere Erwartungen dann aber bei weitem übertroffen“, sagt Fabian Schlang, einer der Gründer. Nach ein paar Wochen waren sie ausverkauft.

Nun gibt es das Starterpack wieder. Rund 30 Euro kostet die Flasche plus fünf Duftpods. Zwei Monate nach Verkaufsstart hat Air-up nach eigenen Angaben bereits 80.000 Sets verkauft und damit einen Umsatz von zwei Millionen Euro erzielt.

Air-up will gesund und nachhaltig sein

Die Flaschen funktionieren allerdings nicht bei jedem gleich gut. Schließlich hängt der Geschmackseffekt vom Geruchssinn ab, und der ist bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt. So nehmen manche nur einen leichten Pfirsich- oder Limetten-Geschmack war, andere empfinden ihn als sehr intensiv.

Air-up will gesund und nachhaltig sein. „Einfach gesagt, möchten wir unseren Kunden eine gesunde Alternative zu all den zuckerhaltigen und mit Zusätzen vollgepackten Getränken im Supermarktregal bieten“, sagt Schlang. Außerdem spare man dabei auch noch eine Menge Plastik und CO2 ein.

Denn die Gründer rechnen vor, dass eine PET-Flasche aus 27 Gramm Plastik besteht, der Duft-Pod hingegen nur aus 7,6 Gramm recycelbarem Kunststoff. Nach Angaben des Unternehmens reicht ein Ring für fünf Liter Wasser.

Air-up plant weitere Geschmacksrichtungen

Ab Januar werden die Air-up-Produkte auch in den Filialen und im Online-Shop von Sport Scheck sowie in 200 Müller-Filialen erhältlich sein. Anfang Oktober wurde zudem der eigene Onlineshop gelauncht, für einen engeren Kundenkontakt, um so schneller auf Bedürfnisse zu reagieren. Seit Mai ist das Team von zehn auf 22 Mitarbeiter gewachsen.

Es werde demnächst noch weitere spannende Geschmacksrichtungen wie eine limitierte Weihnachtsedition geben, verrät Schlang. Neu im Sortiment ist auch Gurke, die bei den Kunden ebenfalls gut ankommen soll. Bei Facebook können die Nutzer vorschlagen, was sie als nächstes gerne hätten: Schoko-Kirsch, Kokos-Blaubeere oder Mango-Banane sind nur einige der Ideen.

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