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Adidas reagiert auf Sexismus-Vorwurf

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Von: Wolfgang Kunath

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Adidas hat nach Sexismusvorwürfen seine T-Shirt-Kollektion vom Markt genommen.
Adidas hat nach Sexismusvorwürfen seine T-Shirt-Kollektion vom Markt genommen. © dpa

Sportartikelhersteller Adidas zieht seine umstrittene T-Shirts zur Fußball-WM in Brasilien zurück. Die Hemden hatten sogar Präsidentin Dilma Rousseff gereizt.

Der deutsche Sportartikel-Hersteller Adidas hat mit sexistischen T-Shirts den Zorn der brasilianischen Regierung heraufbeschworen. Auf den Protest hin zog Adidas, einer der Sponsoren der Fußball-WM, nun die umstrittenen Hemden aus dem Verkehr. Eines der T-Shirts zeigt eine Bikini-Schönheit vor dem Zuckerhut, versehen mit der Parole „Lookin’ to score“, auf der Suche nach Toren, was man freilich auch sexuell interpretieren kann. Auf einem anderen Adidas-Modell besteht das Herz, das die Vokabel „love“ im Spruch „I love Brazil“ ersetzt, aus zwei mit knappem Höschen bekleideten Hinterbacken.

Die T-Shirts reizten sogar Präsidentin Dilma Rousseff zum Twittern: „Brasilien freut sich, die WM-Touristen zu empfangen, ist aber auch entschlossen, den Sex-Tourismus zu bekämpfen“.

Auch wenn, wie Adidas kleinlaut bekanntgab, die T-Shirts nur für den US-Markt bestimmt waren, wirkte es wie eine Strafaktion, als die Präsidentin dem Papst bei ihrem Besuch im Vatikan einen Ball von Nike und nicht von Adidas schenkte.

Empört zeigte sich auch die Tourismus-Behörde Embratur. Ihr Präsident Flávio Dino sagte, der Vorfall „stört die Organisation der WM“, das Problem sei die „Entstellung dessen, was die Copa sein kann“. Noch entschiedener äußerte sich Maria do Rosário, die Ministerin für Menschenrechte, nachdem Adidas einen Rückzieher gemacht hatte: „Hoffentlich dient diese Episode als Beispiel für den Respekt, den Brasilien überall auf der Welt verdient“, ließ die Ministerin verlauten.

Die Brasilianer haben das Sex-Klischee früher selber bedient, um Touristen anzuziehen. Aber seit Jahren wollen sie davon weg – und gerade jetzt, wo sie eine perfekte WM ausrichten und deshalb jede Schmuddeligkeit meiden wollen. In ihrer sexualpolitischen Korrektheit schieße die Regierung über das Ziel hinaus, stellten die wahren Expertinnen anlässlich des Falles Adidas fest. „Kinder auszubeuten ist ein Verbrechen“, kommentierte die Huren-Vereinigung Davida, „aber erwachsene Frauen oder Männer können Brasilianern oder Ausländern sexuelle Dienste anbieten, ohne dass das ein Verbrechen wäre“.

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