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Ackermann will nicht in Aufsichtsrat

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Von: Daniel Baumann

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Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann.
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. © dpa

Den amtierenden Vorstandschef zieht es offenbar nicht an die Spitze des Aufsichtsrat. Die Deutsche Bank zumindest dementiert. Jetzt scheint alles auf eine Doppelspitze hinauszulaufen.

Im Ringen um die künftige Führung der Deutschen Bank hat es eine Entscheidung gegeben. Ein Sprecher des Kreditinstituts sagte am Sonntag, dass der amtierende Vorstandschef Josef Ackermann entgegen der öffentlichen Spekulationen nicht an die Spitze des Aufsichtsrats wechseln wolle. Damit ist es unwahrscheinlich, dass der Inder Anshu Jain, der derzeit das Investmentbanking der Deutschen Bank leitet, alleiniger neuer Chef der Bank wird. Denn Jain fehlen die Drähte ins politische Berlin. Deshalb wurde spekuliert, dass Ackermann als Aufsichtsratschef die Außendarstellung der Bank und die Lobbyarbeit hätte übernehmen können.

Nun spricht fast alles dafür, dass der Nominierungsausschuss, der am Sonntag tagte, dem Aufsichtsrat eine Doppelspitze zur Führung der Deutschen Bank vorschlagen wird. Dabei gilt Jain als gesetzt. Wie aus dem Umfeld des Ausschusses verlautete, soll ihm der Deutschland-Chef Jürgen Fitschen zur Seite gestellt werden. Ob diese Lösung vom gesamten Aufsichtsrat mitgetragen wird, ist allerdings noch unklar.

Gegen Fitschen sollen manche Aufsichtsratsmitglieder Vorbehalte hegen. Mit bald 63 Jahren sei dieser schon relativ alt, hieß es am Sonntag. Das widerspreche dem Wunsch mancher Kontrolleure, an der Konzernspitze einen Generationenwechsel zu vollziehen. Denn Fitschen könnte den Posten nur ein bis zwei Jahre ausführen. Dann würde erneut eine Debatte um die Führung der Deutschen Bank entstehen. Andere Aufsichtsratsmitglieder halten Fitschen dagegen für eine gute Übergangslösung. Der gut verdrahtete Deutschland-Chef könne solange die Interessen der Bank gegenüber der deutschen Politik vertreten, bis sich Jain eingearbeitet habe. Danach könne Jain die Geschicke der Bank alleine leiten.

Als Alternative zu Fitschen werden der Chef des Privatkundengeschäfts, Rainer Neske, sowie der Risikovorstand Hugo Bänziger gehandelt. Während Neske inzwischen allerdings aus dem Rennen zu sein scheint, macht sich Ackermann nach Angaben aus Finanzkreisen für seinen Landsmann Bänziger stark. Dieser ist erst 55 Jahre alt. Ein Führungsduo Jain/Bänziger könnte die Deutsche Bank über mehrere Jahre führen. Da der Schweizer Bänziger keinen eigenen Geschäftsbereich verantwortet, fehlt ihm allerdings eine Hausmacht, die ihn stützen könnte. (mit rtr)

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