Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Erneut im Fokus: Josef Ackermann.
+
Erneut im Fokus: Josef Ackermann.

Rücktritt bei Zurich

Ackermann in Abschiedsbrief erwähnt

Der Rücktritt des einstigen Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann beim Zurich-Konzern bringt dem Unternehmen keine Ruhe. Jetzt will der Versicherer die Selbsttötung seines Finanzchefs untersuchen. Der soll Ackermann nach einem Zeitungsbericht in seinem Abschiedsbrief belastet haben.

Der zurückgetretene Zurich-Insurance-Präsident Josef Ackermann taucht nach Konzernangaben im Abschiedsbrief des tot aufgefundenen Finanzchefs auf. „Wir wurden informiert, dass ein solcher Brief existiert und wir sind uns seines Inhalts bewusst“, erklärte der neue Verwaltungsratschef Tom de Swaan am Freitag. „Und es ist richtig, dass er sich auf das Verhältnis zwischen Pierre Wauthier und Joe Ackermann bezieht“, sagte de Swaan in einer Telefonkonferenz mit Analysten einen Tag nach dem Rücktritt Ackermanns. Auf den Inhalt des Schreibens ging er nicht näher ein. Das "Handelsblatt" berichtet, Ackermann werde in dem Abschiedsbrief "belastet".

Der Konzern will nun die Umstände des Selbstmords von Wauthier untersuchen. Ackermann hatte angedeutet, dass die Hinterbliebenen Wauthiers ihm Vorwürfe machen, am Tod des 53 Jahre alten Mannes mitschuldig zu sein. „Der Verwaltungsrat sieht es als seine Hauptverantwortung an, der Frage nachzugehen, ob unser Finanzchef unter ungerechtfertigtem Druck stand“, sagte de Swaan. Eines unangemessenen Gebarens von Verwaltungsratsmitgliedern sei er sich nicht bewusst, fügte er hinzu.

Wauthier war am Montag tot aufgefunden worden. Ackermann, der nach seiner Zeit als Chef der Deutschen Bank im März 2012 das Präsidium von Zurich übernommen hatte, gilt als jemand, der Leistungen sehen will und Resultate einfordert. Aus Ackermanns Umfeld verlautete am Freitag mit Blick auf den Rücktritt, nach dem Selbstmord Wauthiers habe der Spitzenmanager keine Chance gesehen, den Umbau des Versicherers weiter voranzutreiben – der Tod des Finanzchefs hätte immer als Schatten darauf gelegen.

Zurich-Chef Martin Senn versicherte, es gebe keine Verbindung zwischen den jüngsten Nachrichten und den Finanzen des Unternehmens. An der Finanzberichterstattung des Konzerns sollte es keinen Zweifel geben, betonte er. „Unsere Strategie bleibt durch die jüngsten Ereignisse unverändert“, sagte Senn und stellte Neuigkeiten für den Investorentag im Dezember in Aussicht. Die Zurich-Aktien stiegen gegen den Sektortrend um 1,4 Prozent auf 232,10 Franken. Am Vortag hatten sich die bereits von einem enttäuschenden Quartalsergebnis verunsicherten Anleger noch im großen Stil von den Titeln getrennt.

„Die Befürchtungen wurden vollständig zerstreut. Da wurde vom Management ein klares Statement abgegeben“, erklärte Dominik Studer, Analyst bei der Bank Safra Sarasin. Zuletzt lief das Geschäft bei Zurich aber nicht mehr so gut. In Deutschland musste das Unternehmen eine zusätzliche Milliarde Dollar in die Reserven legen. Hinter seine eigenen Mittelfristziele musste Zurich ein Fragezeichen setzen. Vor allem die angepeilten drei bis vier Prozentpunkte mehr Rentabilität – gemessen am Schaden-Kosten-Satz – in der Sachversicherung im Vergleich zur Konkurrenz stufen Analysten als ambitioniert ein.

Seit dem letzten Herbst verließen fast ein halbes Dutzend Bereichschefs den Zurich-Konzern. Zuletzt ging Kevin Kogan, der Chef des globalen Lebensversicherungsgeschäfts. Davor war Mario Greco, der Chef der Sachversicherungssparte, zur italienischen Generali gewechselt. (rtr/FR)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare