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Ernährung

Achtung, süß und fettig!

  • VonSophie Herr
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Die EU-Kommission drückt sich seit zehn Jahren darum, Nährwertprofile zu definieren. Das ist ein fataler Fehler zulasten der Verbraucher.

Die Weihnachtsfeiertage sind vorbei. Langsam rücken die guten Vorsätze in den Vordergrund, die sich manch einer für das neue Jahr setzt. Darunter besonders häufig zu finden: gesünder und ausgewogener essen, dem Körper etwas Gutes tun.

Wer sucht, der findet: Im Supermarkt lockt Werbung wie „Vitamin C und Zink für die Abwehrkräfte“ oder „Calcium für starke Knochen“ auf Verpackungen. Diese Produkte landen bei interessierten Verbrauchern oft im Einkaufswagen. Doch die Enttäuschung ist groß, wenn beim genauen Blick auf die Nährwerttabelle klar wird: Das angeblich so gesunde Müsli enthält auf 100 Gramm stolze 24 Gramm Zucker und ist eine kleine Kalorienbombe.

Seit 2006 reguliert die Europäische Health-Claims-Verordnung Gesundheitswerbung auf Lebensmitteln. Doch sie stellt in ihrer aktuellen Ausgestaltung für Verbraucher keinen ausreichenden Schutz vor ungerechtfertigten Gesundheitsaussagen dar. Die Verordnung enthält auch einen wesentlichen Auftrag an die EU-Kommission: Sie soll Nährwertprofile definieren. Das sind Obergrenzen für Zucker, Fett und Salz, die ein Lebensmittel nicht überschreiten darf, wenn es mit einem gesundheitlichen Zusatznutzen wirbt. Doch bis heute hat die Kommission dies nicht umgesetzt.

Gesundheitsorganisationen und Verbraucherverbände wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) drängen seit Jahren auf die Umsetzung der Vorgabe. Doch Hersteller haben bislang all ihren Widerstand eingesetzt und die Einführung von Nährwertprofilen verhindert. Der Arbeitsauftrag an die EU-Kommission liegt seit zehn Jahren auf Eis.

Nun prüft die EU-Kommission sogar, ob man die Vorgabe nicht einfach abschaffen könne. Das wäre ein fataler Fehler. Denn ohne Nährwertprofile können Health Claims auch auf Süßwaren, fettigen Snacks und gesüßten Getränken stehen. Sie erscheinen oft als gesunde Alternative, tragen jedoch zu einer erhöhten Kalorienzufuhr bei. Dies erschwert Verbrauchern, die ihrem Körper etwas Gutes tun möchten, eine informierte Kaufentscheidung. Sollte die Kommission das Prinzip der Nährwertprofile dennoch aus der Verordnung streichen, hilft nur noch ein grundsätzliches Verbot für Gesundheitswerbung auf Lebensmitteln. Denn dann ist die Health-Claims-Verordnung nichts als ein zahnloser Tiger für den gesundheitlichen Verbraucherschutz.

Die Autorin ist Leiterin des Teams Lebensmittel beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

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