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In diesem Jahr wird hier nicht geschunkelt. 

Oktoberfest

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Das Oktoberfest fällt in diesem Jahr aufgrund des Coronavirus aus.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) war die Absage eine eigene Pressekonferenz wert. „Wir sind die größten Fans des Oktoberfests, er würde anzapfen und ich den ersten Schluck bekommen“, erklärte der CSU-Politiker staatstragend und machte damit klar, was im Vorfeld schon vielfach befürchtet worden war: Das Münchner Oktoberfest 2020, das Mitte September begonnen hätte, wird wegen der Corona-Pandemie abgeblasen. Das gelte – zumindest in Bayern – auch für andere Veranstaltungen dieser Art.

„Es kann Volksfeste in Corona-Zeiten nicht geben“, bekräftigte auch Reiter. Damit rückt ein Aus für die diesjährige Volksfestsaison auch in ganz Deutschland immer näher.

Sollte das Münchner Oktoberfest gestrichen werden, sei das ein Signal auch für alle anderen bundesweit knapp 10 000 Volksfeste des Jahres, hatten Schausteller im Vorfeld der jetzigen Entscheidung in München befürchtet. Nun ist es so gekommen. 24-mal – zuletzt vor 73 Jahren – ist das Oktoberfest in seiner gut 200-jährigen Geschichte schon abgesagt worden, meist wegen Kriegen, 1854 und 1873 aber auch schon wegen eines Choleraausbruchs. Heute ist die Bedeutung des wohl bekanntesten Volksfests der Welt mit seinen 14 teils riesigen Bierburgen aber eine ganz andere als anno dazumal.

„Es ist ein emotional und ökonomisch schwieriger Moment“, betonte Reiter. Immerhin sorge das Oktoberfest während seiner 16 Tage in München für bis zu 1,3 Milliarden Euro Umsatz. Dieser Wirtschaftswert ist eine Summe, deren Fehlen auch eine reiche Stadt wie München spürt. Knapp eine halbe Milliarde Euro wird auf der Theresienwiese als Veranstaltungsort direkt umgesetzt, wo rund 8000 Festangestellte und weitere 4000 saisonale Hilfskräfte davon leben. Die anderen rund 800 Millionen Euro füllen die Kassen von Hotels und Gastronomen, Trachtenläden und Taxifahrern oder anderen Profiteuren. „Das ist eine bittere Pille“, meinte Reiter zu den wirtschaftlichen Folgen der Absage.

„Bayern schützen“

Andererseits würden aber auf der Wiesn weder Abstandhalten noch Mundschutz funktionieren, rechtfertigte Söder mit Blick vor allem auf die Bierzelte mit bis zu 10 000 Sitzplätzen den Schritt. Eine Verbreitung des Coronavirus auf der Wiesn wäre nahezu zwangsläufig. Schon zu normalen Zeiten registrieren Arztpraxen in der bayerischen Landeshauptstadt nach dem Oktoberfest traditionell einen Anstieg von Viruserkrankungen, die in der Stadt als „Wiesn-Grippe“ bekannt sind. Beim Coronavirus hätte das fatale Folgen.

In jüngster Vergangenheit hätten sich schon Après-Ski-Veranstaltungen in Österreich oder der rheinische Karneval als Drehscheiben für das Coronavirus erwiesen, erklärt Söder. Beim Oktoberfest mit seinen über sechs Millionen Besuchern, davon rund ein Drittel aus Ländern wie Italien, Großbritannien oder den USA, eng gedrängt auf 26 Hektar Fläche, wäre das noch in viel größerem Umfang zu befürchten. Würde vom Oktoberfest im überregionalen Maßstab eine neue große Infektionswelle ausgehen, könnte das viele Menschenleben kosten und auch den guten Ruf der Veranstaltung schädigen, sind Söder und Reiter sich einig.

Auch abgespeckte Varianten wie eine Wiesn nur für Münchner wurden verworfen. „Das Oktoberfest geht entweder ganz oder gar nicht“, meint Söder und kündigte dieses Jahr auch das Aus für andere Volksfeste an. „Wir wollen Bayern beschützen“, erklärte er. Schutz in ökonomischer Hinsicht brauchen nun allerdings mehr denn je Schausteller und Bierbrauer. Vor allem die bundesweit gut 5000 Schaustellerbetriebe mit ihren etwa 55 000 Arbeitsplätzen stehen nach Angaben ihrer Verbände ohne weitere Staatshilfen flächendeckend vor der Pleite.

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