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Opel-Werk Bochum.

Opel streicht Stellen

Abfindungen und Ruhestand für Opelaner

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Mit Abfindungen und Vorruhestand reagiert der Autobauer Opel auf das anhaltend schlechte Geschäft. Der Betriebsrat bereitet sich auf entsprechende Verhandlungen vor. Kündigungen würden nur verhindert, wenn es eine Einigung über ein Sanierungskonzept gebe.

Mit Abfindungen und Vorruhestand reagiert der Autobauer Opel auf das anhaltend schlechte Geschäft. Der Betriebsrat bereitet sich auf entsprechende Verhandlungen vor. Kündigungen würden nur verhindert, wenn es eine Einigung über ein Sanierungskonzept gebe.

Opel geht den Stellenabbau in seinen vier Werken in Deutschland an. In einem am Montag verbreiteten Flugblatt des Betriebsrats werden „freiwillige Abfindungsprogramme und Vorruhestandsregelungen“ als Themen für die anstehenden Verhandlungen mit der Geschäftsleitung aufgelistet.

Mitglieder des Betriebsrats hatten bereits im Sommer der Frankfurter Rundschau bestätigt, dass es bei den Verhandlungen über die Zukunft des Autobauers auch um die Streichung von Arbeitsplätzen gehen wird. Zur Größenordnung des Jobabbaus werden keine Angaben gemacht. Ziel soll offenbar sein, Beschäftigte mit attraktiven Angeboten zum Verlassen des Unternehmens oder zur Reduzierung der Arbeitszeit zu bringen.

Betriebsbedingte Kündigungen sollen hingegen tabu bleiben, und zwar bis Ende 2016. So haben es die Tarifparteien in einem neuen Tarifvertrag festgelegt. Aus dem Flugblatt geht aber auch hervor, dass der „Kündigungsausschluss“ unter dem Vorbehalt steht, dass beide Seiten zu einer „Gesamteinigung“ über ein neues Sanierungskonzept kommen.

Tariferhöhung gestundet

Seit dem Frühjahr wird über den Umbauplan verhandelt. Eigentlich sollte Ende voriger Woche eine Vereinbarung stehen. Doch Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug teilte mit, man brauche mehr Zeit. Laut IG Metall könnten die Verhandlungen noch zwei bis drei Monate dauern.

Als weiterer Punkt werden in dem Flugblatt „Sanierungsbeiträge der Beschäftigten“ aufgeführt. Die Opelaner hatten bereits für die Dauer der Verhandlungen die Lohnerhöhung von 4,3 Prozent dem Unternehmen gestundet. Da bislang keine Einigung erzielt wurde, wird das Geld nun rückwirkend für die Monate Mai bis einschließlich Oktober ausgezahlt. Es soll sich insgesamt um etwa 15 Millionen Euro handeln. Zugleich wurde eine abermalige Stundung der Tariferhöhung von November an vereinbart.

Insider gehen davon aus, dass ein langfristig angelegtes Sanierungsprogramm nur mit spürbarem Lohn- und Gehaltsverzicht sowie mit spürbarem Stellenabbau zu schaffen ist.

Der Betriebsrat will aber erreichen, dass die vier hiesigen Werke in Rüsselsheim, Bochum Eisenach und Kaiserslautern dauerhaft erhalten bleiben. Die Opel-Mutter General Motors will den Standort Bochum Ende 2016 dicht machen.

Mit dem Flugblatt lädt der Betriebsrat die Beschäftigten für den heutigen Dienstag zu zwei Belegschaftsversammlung im Rüsselsheimer Stammwerk ein. Dabei sollen die Beschäftigten über den Stand der Verhandlungen informiert werden.

Opel Ampera bei Carsharing in Essen

Derweil ist in Essen ein Carsharing-Projekt gestartet, das ausschließlich auf Elektrofahrzeuge setzt. Initiator ist Ferdinand Dudenhöffer, Autoexperte der Uni Duisburg-Essen. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, hat er neben Opel Opeln auch eine Wohnungsbaugesellschaft und Nahverkehrsbetriebe als Partner gewinnen können. Durch die Verzahnung mit dem Nahverkehr und dem Wohnumfeld der Menschen sei das Vorhaben "bisher einzigartig", sagte Dudenhöffer am Montag bei der Vorstellung. Der Bund fördert das Projekt mit 1,8 Millionen Euro.

Zum Start stehen 20 Opel Ampera bereit. Die Fahrzeuge schaffen je nach Fahrweise und Außentemperatur eine Strecke von 40 bis 80 Kilometer. Ein Benzinmotor schaltet sich zu und liefert Strom, sobald der Ladezustand der Batterie einen kritischen Wert unterschreitet. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) beteiligt sich mit einem E-Ticket, das Zugang zu den Fahrzeugen verschafft. (mit dpa)

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