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9-Euro-Ticket: Ein Bundesland will beim Nachfolger eigene Wege gehen

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Von: Lisa Mayerhofer

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Das Neun-Euro-Ticket gilt nur noch bis Ende August; über eine mögliche Nachfolge wird diskutiert. Das Verkehrsministerium von Niedersachsen schlägt nun ein rein norddeutsches Nachfolge-Modell vor.

Hannover/Berlin – Wie geht es mit dem beliebten Neun-Euro-Ticket weiter? Noch streiten sich Bund und Länder, wer eine mögliche Anschlusslösung organisieren und vor allem finanzieren soll. Das niedersächsische Verkehrsministerium hat nun ein norddeutsches Modell als Nachfolgeoption ins Spiel gebracht.

Neun-Euro-Ticket: Niedersachsen kann sich norddeutsches Modell vorstellen

Dieser Vorschlag gelte für den Fall, dass der Bund kein deutschlandweites Folgeangebot für die Ende August auslaufende Aktion auf den Weg bringe, so das Ministerium. Der Bund sollte die Länder in die Lage versetzen, nach dem Auslaufen des Neun-Euro-Tickets ein kostengünstiges, bundesweites Ticket anbieten zu können, teilte das Ministerium in Hannover auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) bekräftigte jedoch in der Bild am Sonntag, keinen Spielraum für ein solches Vorhaben zu sehen. „Tankrabatt und Neun-Euro-Ticket laufen aus. Es wird keine Anschlussregelung geben können“, sagte er dem Blatt. Er sei allerdings dafür offen, die Entfernungspauschale für Beschäftigte zu erhöhen. „Davon profitieren alle, denn das gilt unabhängig von Auto, Bahn oder Fahrrad“, argumentierte Lindner.

Aus dem niedersächsischen Verkehrsministerium hieß es: „Sollte ein bundesweites Ticket nicht umsetzbar sein, könnten alternativ auch die fünf norddeutschen Bundesländer etwas auf die Beine stellen.“ Konkreter wurde die Idee noch nicht dargelegt.

Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) sagte, eine Anschlusslösung werde nur mit einer deutlichen Anhebung der Bundesgelder möglich sein. „Es kann ja nicht sein, dass der Bund das Ticket initiiert, die Umsetzung den Ländern überlässt, sich für den Erfolg feiern lässt und dann keine Verantwortung für eine Anschlusslösung übernehmen will.“ Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte zuvor deutlich gemacht, dass er die Länder am Zug sieht.

Debatte um Nachfolger: Ende August läuft das Neun-Euro-Ticket aus

Am Montag, 1. August, beginnt der letzte Monat des Neun-Euro-Tickets. Von Juni bis August konnten und können Bus- und Bahnfahrer damit für neun Euro pro Monat bundesweit den Nah- und Regionalverkehr nutzen.

Für den SPD-Fraktionsvize im Bundestag, Detlef Müller, zeigt die aktuelle Debatte mit einer Vielzahl von Anregungen, dass Bund und Länder nun zeitnah an einen Tisch müssten. „Dazu sollte aus meiner Sicht noch im August eine Sonder-Verkehrsministerkonferenz stattfinden, bei der auch die Abfederung der gestiegenen Betriebskosten in den Blick zu nehmen ist.“ Zu beraten sei über das weitere Verfahren und die Aufteilung der Finanzierung möglicher Nachfolgemodelle für das Neun-Euro-Ticket, sagte Müller. (lma/dpa)

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