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49-Euro-Ticket: Kostenlos mit dem Bus und der Bahn – So regeln andere Länder den ÖPNV

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Von: Caspar Felix Hoffmann

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Fahrgäste steigen aus einer Straßenbahn in Tallinn aus.
Fahrgäste steigen aus einer Straßenbahn in Tallinn aus. © Mihkel Maripuu/Imago

Nach dem Erfolg des 9-Euro-Tickets soll es ab Anfang 2023 ein 49-Euro-Ticket geben. Und wie sieht es in anderen EU-Ländern mit dem Angebot aus?

Frankfurt – Günstige oder sogar kostenlose öffentliche Verkehrsmittel? Einige EU-Länder machen dies vor: Wie sind sie im Vergleich zum 49-Euro-Ticket? Welche Folgen hat das billigere Angebot?

Das bundesweit nutzbare 49-Euro-Ticket für Busse und Bahnen soll als Nachfolger des 9-Euro-Tickets aus dem Sommer im neuen Jahr eingeführt werden. Der genaue Starttermin ist allerdings offen. Bund und Länder wollen das Angebot jeweils zur Hälfte finanzieren. Bei Einführung schon zu Jahresbeginn werden insgesamt drei Milliarden Euro pro Jahr angesetzt, teilte die Bundesregierung am Freitag (18. November) mit, um Einnahmeausfälle bei Verkehrsanbietern auszugleichen. Diese europäischen Länder sind Vorbild für das 49-Euro-Ticket:

49-Euro-Ticket im Vergleich: Gratis ÖPNV in Luxemburg

In Estlands Hauptstadt Tallinn stehen den registrierten Einwohner:innen seit 2013 kostenlose öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung, informiert die Touristeninformation der Stadt. Dies gelte jedoch nicht für Tourist:innen – sie bräuchten weiterhin ein Ticket. Tallinn sei die erste Hauptstadt in Europa mit kostenlosen öffentlichen Verkehrsmitteln.

Doch es gibt nicht nur ganze Länder, sondern auch einzelne Städte und Gemeinden, die einen solchen Schritt wagen: Im Jahr 2018 hat die französische Stadt Dünkirchen den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) für ihre Bürger:innen kostenlos gemacht. Dies sei durch eine leichte Erhöhung der Gewerbesteuer finanziert worden. Im Rest des Landes gibt es zwar keine kostenlosen Tickets für Bus und Bahn, dafür aber Ermäßigungen für bestimmte Personengruppe, wie etwa Studierende und Rentner:innen.

Seit März 2020 können sowohl Einwohner:innen als auch Tourist:innen die öffentlichen Verkehrsmittel in Luxemburg kostenlos nutzen, das hat der Verkehrsverbund Luxemburg mitgeteilt. Der kostenlose öffentliche Nahverkehr in Luxemburg werde aus Steuergeldern finanziert. Dies sei Teil des Wahlprogramms der drei Koalitionsparteien gewesen, die seit Oktober 2018 die luxemburgische Regierung bilden.

49-Euro-Ticket im Vergleich: Kostenloser ÖPNV in Spanien und Malta

Seit Oktober 2022 gibt es der Tageszeitung Times of Malta nach auch in Malta die Möglichkeit, kostenlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren – dies gelte allerdings nur für Einwohner:innen; Tourist:innen müssten weiterhin die normalen Fahrpreise bezahlen. Zuvor seien die öffentlichen Verkehrsmittel bereits für Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren, Studierende ab 21 Jahren, Menschen mit Behinderungen und über 70-Jährige kostenlos gewesen.

Spanien hat Auto Bild España zufolge kostenlose Monatskarten eingeführt, um die Lebenshaltungskosten zu senken und mehr Menschen zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu bewegen. Diese Maßnahme gebe es seit Anfang 2020 und soll bis Dezember 2023 gelten. Auch Tourist:innen könnten von dem Angebot profitieren.

Die belgische Stadt Hasselt hat bereits im Jahr 1997 die kostenlose Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel eingeführt, berichtet die Deutsche Welle. Bürger:innen hatten die Möglichkeit, bis 2013 kostenlos Bus und Bahn zu fahren. Die Stadtverwaltung habe das Konzept jedoch 2013 rückgängig gemacht, weil die Kosten langfristig zu hoch seien. Auch in anderen Landesteilen Belgiens gibt es ein solches Ticket nicht, wenngleich beispielsweise Kinder und Jugendliche sowie Familien und Rentner:innen Rabatte nutzen können.

49-Euro-Ticket im Vergleich: Kostenloser ÖPNV in Deutschland?

Auch in Deutschland gibt es Pläne, einen kostenlosen ÖPNV anzubieten: Der Kreistag der Vulkaneifel hat im März 2022 einstimmig ein Pilotprojekt für kostenlosen ÖPNV im Kreis beschlossen. Demnach sollen Schüler, Auszubildende und Studenten sowie Senioren über 65 für zwei Jahre kostenlos die Busse im Kreis nutzen können. Darüber berichtet der SWR. Die Finanzierung des Projekts sei allerdings unklar. Bis das Projekt starten könne, könnten demnach zwei Jahre vergehen, weil Gutachter:innen alles kalkulieren müssten. Zunächst soll aber der Bus- und Bahnverkehr mit dem 49-Euro-Ticket bundesweit attraktiver gestaltet werden. (cas)

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