Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kann zufrieden sein: Ulrich Schumacher.
+
Kann zufrieden sein: Ulrich Schumacher.

Managergehälter

1534 Euro pro Tag

Ulrich Schumacher liebt schnelle Autos. Als er noch Chef von Infineon war, fuhr er schon mal im Rennanzug in seinem Porsche vor. Das Geld für sein Hobby dürfte ihm kaum ausgehen - auch wenn er momentan keinen Job hat.

Von Jutta Maier

Schumacher hat ein stattliches Ruhestandsgehalt ausgehandelt. Sein früherer Arbeitgeber, der Halbleiterkonzern Infineon, hat den jahrelangen Abfindungsstreit mit seinem Ex-Vorstandschef beigelegt. Er zahlt ihm von 2018 an ein saftiges Ruhegehalt: Jährlich 560.000 Euro oder 1534 Euro pro Tag wird Schumacher von diesem Zeitpunkt an kassieren. 60 Jahre alt wird der heute 52-Jährige dann sein. Allerdings muss die Hauptversammlung von Infineon Mitte Februar der Einigung noch zustimmen.

Triumph im Abfindungsstreit

Es wäre ein Triumph für den Manager, der bis vergangenen Herbst dem chinesischen Chiphersteller Grace Semiconductor vorstand, dann aber wegen „strategischer Differenzen“ ausschied. Denn im vergangenen Jahr sah es für Schumacher noch ziemlich düster aus. Nach seinem Abgang bei Infineon im Jahr 2004 ? angeblich legte er sein Amt „aus persönlichen Gründen“ nieder ? stand er wegen Bestechlichkeit, Untreue, versuchtem Betrug und Steuerhinterziehung vor Gericht.

Bereits sein Rücktritt wurde begleitet von Gerüchten über mögliche Bilanzfälschungen bei dem Konzern. Die IG Metall sprach von einer Generalabrechnung des Aufsichtsrats mit dem Vorstand, unter anderem ging es um Schumachers „selbstherrlichen“ Führungsstil. So soll er Personal in der Probezeit gekündigt und Arbeitsplätze rigide ausgelagert haben.

Bei dem Ermittlungsverfahren gegen Schumacher ging es dagegen unter anderem um seine Vorliebe für heiße Reifen. Ein Vorwurf lautete, er und ein damaliger Infineon-Kollege hätten sich von einem Geschäftspartner die aktive Teilnahme an Autorennen finanziert lassen. „Mäuseliga“ nannte sich die Privatrennserie, in der Schumacher und sein Kollege ihre Runden drehten. Die Kosten in sechsstelliger Höhe sollte ihnen der Geschäftspartner angeblich in bar erstattet haben. Im Gegenzug, so die Anschuldigung, schanzten ihm die Manager PR-Verträge mit Infineon zu.

Doch während das Gericht Schumachers Kollegen ein Jahr auf Bewährung und eine Geldstrafe aufbrummte, wurde das Verfahren gegen den Ex-Infineon-Chef im Herbst 2009 eingestellt. Schumacher ließ von seinen Anwälten beteuern, nie „auch nur einen Cent genommen“ zu haben. Wegen Steuerhinterziehung zahlte er eine Geldauflage von 200.000 Euro. Damit ist der Ex-Infineon-Boss nicht mal vorbestraft.

Autonarr schrieb rote Zahlen

Sein künftiges Ruhegehalt dürfte Schumacher auch locker darüber hinwegtrösten, dass Infineon ihm bislang nur die Hälfte seiner Abfindung in Höhe von 5,25 Millionen Euro ausbezahlt hat. Den Rest hatte der Halbleiterkonzern mit dem Verweis auf laufende Ermittlungsverfahren einbehalten. Schumacher hatte Infineon unter anderem deshalb verklagt. Mit der Vereinbarung, so die Hauptversammlung ihr zustimmt, wäre der Streit endgültig beendet: Beide Seiten würden alle Klagen zurücknehmen und auf weitere Forderungen verzichten.

Mit dem Ruhegehalt wird Schumacher eine deutlich höher Pension erhalten als sein Nachfolger Peter Bauer: Dessen Bezüge sind laut Geschäftsbericht auf 400.000 Euro gedeckelt – und das, obwohl der Konzern erst unter Bauer wieder Gewinne machte, während die einstige Siemens-Tochter unter Autonarr Schumacher tief in die roten Zahlen gefahren war.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare