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Vorstandsvorsitzender Karl-Gerhard Eick will die Suche nach einem Investor für die Arcandor AG beenden.

Arcandor-Chef Eick gibt auf

1500 Jobs bei Quelle in Gefahr

Die Hoffnungen, den insolventen Handelskonzerns Arcandor als Ganzes erhalten zu können, schwinden. Unternehmens-Chef Eick gibt die Suche nach einem Investor auf. 1500 Quelle-Jobs sind in Gefahr.

Essen. An einer Zerschlagung des insolventen Handelskonzerns Arcandor führt offenbar kein Weg mehr vorbei. Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick, der einen neuen Investor für den gesamten Konzern finden wollte, hat seine Bemühungen fast aufgegeben.

"Die Chancen, einen Ankerinvestor zu finden, der die Fortführung des Konzerns ermöglicht, (sind) inzwischen als äußerst gering einzustufen", teilte Arcandor mit. Die Suche werde darum am Samstag eingestellt. Dann gehe es nur noch um Investoren für die Kaufhauskette Karstadt und die Versandhändler der Primondo-Gruppe um Quelle. Die Arcandor-Papiere brachen um 14,3 Prozent ein.

Der Betriebsratsvorsitzende von Quelle, Ernst Sindel, rechnet mit deutlichen Einschnitten bei der Belegschaft. "Jeder der denkt, die Sanierung von Quelle ginge ohne massiven Abbau von Arbeitsplätzen, ist ein Phantast", sagte Sindel dem Tagesspiegel. Laut Süddeutscher Zeitung stehen im Raum Nürnberg-Fürth 1500 Jobs auf der Kippe. Gleichzeitig betonte Betriebsrat Sindel, die bevorstehenden Zerschlagung von Arcandor sei absehbar gewesen. Der Zusammenschluss von Karstadt und Quelle sei ein strategischer Fehler gewesen. Insolvenzverwalter Hubert Görg rechnet nicht damit, schnell Investoren zu finden.

Ab dem 1. September müssen die einzelnen Unternehmensteile jedenfalls auf finanziell eigenen Füßen stehen. Dann läuft die dreimonatige Übernahme der Gehälter durch das Insolvenzgeld ab. Der Konzern habe inzwischen ein "gutes Polster, das für die Gehälter und den Betrieb bis Weihnachten reicht", so Arcandor-Sprecher Gerd Koslowski.

"Wir haben ein gutes Sommergeschäft, die Kunden halten zu uns", sagte der Arcandor-Gesamtbetriebsratschef, Helmut Patzelt, der FR. Dennoch bereiten sich die Arbeitnehmer-Vertreter auf den schlimmsten Fall vor. So wurde mit Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) über Transfergesellschaften und Qualifizierungen für Beschäftigte gesprochen. (ajo/rtr/dpa)

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